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cid Groß-Gerau - Online- oder Internetsucht muss als Problem zunächst erkannt werden, bevor eine Therapie beginnen kann. NadineDoerle / pixabay.com / CC0

Online-Hilfe für Online-Süchtige

Internetsucht ist ein Phänomen unserer Zeit, und es ist ein weitreichendes. Das Internet durchdringt die Gesellschaft und scheint für Betroffene der wichtigste Kommunikationsweg und die Verbindung zu den Mitmenschen zu sein.


Internetsucht ist ein Phänomen unserer Zeit, und es ist ein weitreichendes. Das Internet durchdringt die Gesellschaft und scheint für Betroffene der wichtigste Kommunikationsweg und die Verbindung zu den Mitmenschen zu sein. Eine neue Online-Ambulanz soll jetzt schnelle Hilfe bieten. Das Projekt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) startet am 1. September 2016.

In Webcam-gestützten Sprechstunden klären Experten mit Betroffenen und Angehörigen, ob eine Internetsucht vorliegt. Bei einer Erst-Diagnose wird dann eine Behandlung vor Ort vereinbart. Dass die Mediziner die Beratung zur Internetsucht im Internet selbst anbieten, hat einen Hintergrund: "Unser Ziel ist es, die Betroffenen dort abzuholen, wo die Sucht ihren Ursprung hat. Denn viele finden auf herkömmlichen Wegen nicht in das Hilfesystem", erklärt Privatdozent Dr. Bert te Wildt, Leiter der Medienambulanz der LWL-Klinik. "Wir bauen eine digitale Brücke zur analogen Behandlungssituation und damit ins reale Leben."

Die Online-Ambulanz für Internetsüchtige, kurz "Oasis" wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert und soll in einem ersten Schritt ermitteln, wie das Angebot ankommt. Danach soll der Online-Ambulanz-Service allen Einrichtungen im deutschen Suchthilfesystem zur Verfügung gestellt werden. Ab dem 17. August steht unter www.onlinesucht-ambulanz.de ein Online-Selbsttest zur Verfügung.

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