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cid Groß-Gerau - Erste seelische Hilfe per Smartphone: Eine App der Universität Leipzig soll Flüchtlinge bei der Bewältigung traumatischer Erfahrungen unterstützen. DariuszSankowski / Pixabay.com / CC0

Trauma-App für Flüchtlinge

Viele Flüchtlinge leiden an Traumata und haben oft nicht die Möglichkeit, gezielt Hilfe zu suchen. Eine erste Anlaufstelle könnte in Zukunft eine App sein, die bei der Bewältigung von traumatischen Kriegs- und Fluchterfahrungen helfen soll.


Viele Flüchtlinge leiden an Traumata und haben oft nicht die Möglichkeit, gezielt Hilfe zu suchen. Eine erste Anlaufstelle könnte in Zukunft eine App sein, die bei der Bewältigung von traumatischen Kriegs- und Fluchterfahrungen helfen soll.

"Traumatische Erfahrungen erhöhen das Risiko, psychisch zu erkranken. Hinzu kommt, dass sich die Geflüchteten nach ihrer Ankunft hier in Deutschland in einer für sie völlig fremden Kultur zurechtfinden müssen", erläutert Projektkoordinator Dr. Tobias Luck vom Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Medizinischen Fakultät Leipzig. "Wir wollen herausfinden, ob eine App bei der Bewältigung dieser schwerwiegenden Probleme unterstützen kann."

Dabei ist von vornherein klar, dass die Anwendung keine professionelle Therapie ersetzen kann. Sie könnte aber als erste Anlaufstelle eine Stütze für Betroffene sein. Tobias Luck: "Die Selbsthilfe-App ist für den Nutzer jederzeit und an jedem Ort individuell verfügbar und kann damit ein gutes zusätzliches Angebot zur medizinischen Grundversorgung darstellen."

Nutzer sollen in der App Selbsttests absolvieren, um eine möglichst individualisierte Hilfestellung zu erhalten. "Uns ist es auch wichtig, dass die App Informationen und Empfehlungen zu professioneller Hilfe im Versorgungssystem in Deutschland wie zum Beispiel Notfallnummern und Anlaufstellen im Falle von Krisen geben kann", sagt die Leiterin der Studie Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller vom ISAP der Universität Leipzig.

Die noch in der Entwicklung befindliche Anwendung wird zunächst auf syrische Flüchtlinge zugeschnitten, die in Deutschland eine der größten Flüchtlingsgruppen darstellen. So wird die Wirksamkeit der App getestet, aber auch andere Faktoren wie Nutzerakzeptanz und -freundlichkeit sowie die Kosteneffizienz werden untersucht. Bei positiven Rückmeldungen soll die App 2020 kostenlos für Smartphones veröffentlicht werden.

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