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wid-en Groß-Gerau - Biomasse, die als Abfallprodukt der Industrie anfällt, könnte durch "bioelektrochemische Synthese" aufbereitet werden. UFZ / André Künzelmann

Kraftstoff aus Abfall-Biomasse

In der Industrie entstehen fortlaufend Abfallprodukte, die durch clevere Prozesse wieder nutzbar gemacht werden können. Ein internationales Forscherteam untersucht derzeit Möglichkeiten, aus einem landwirtschaftlichen Nebenerzeugnis Kraftstoff herzustellen.


In der Industrie entstehen fortlaufend Abfallprodukte, die durch clevere Prozesse wieder nutzbar gemacht werden können. Ein internationales Forscherteam untersucht derzeit Möglichkeiten, aus einem landwirtschaftlichen Nebenerzeugnis Kraftstoff herzustellen.

Der Chemiker Dr. Falk Harnisch vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) leitet den Forschungs-Verbund. Untersucht wird "Corn beer", das als Abprodukt bei der Bioethanolherstellung aus Mais entsteht. In einer Kombination aus Mikrobiologie und Elektrochemie erreichte das Team bereits eine Biomasse/Kraftstoff-Ausbeute von 50 Prozent. Der Vorgang nennt sich "bioelektrochemische Synthese".

"Mit dem corn beer haben wir in diesem Experiment einen relativ hochwertigen Ausgangsstoff genutzt. Weiterführende Versuche zeigen uns jedoch deutlich, welch großes Potenzial in dem Verfahren steckt", kommentiert Prof. Lars Angenent von der Universität Tübingen. Dem Team reichen die Ergebnisse schon jetzt, um vorherzusagen, dass künftig Biomasse erfolgreich in Alkane mit hoher Energiedichte und dieselähnlichen Eigenschaften überführt werden können. Eine weitere Frage ist, inwiefern das Verfahren ökonomisch wettbewerbsfähig ist. (vm/en-wid)

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