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cid Groß-Gerau - Dank eines ausgeklügelten Systemkonzepts und moderner Designmethodik erzielt das neue OLED-Mikrodisplay eine Auflösung von 1920 x 1200 Pixel. Claudia Jacquemin

Neue VR-Brillen schärfen Blick in virtuelle Welten

VR-Brillen lassen ihren Träger in die virtuelle Realität blicken. Bisher sind die Brillen jedoch meist noch recht schwer und sperrig. Die Produkte der neusten Generation sind leichter und versprechen eine höhere Bildauflösung.


VR-Brillen lassen ihren Träger in die virtuelle Realität blicken. Bisher sind die Brillen jedoch meist noch recht schwer und sperrig. Die Produkte der neusten Generation sind leichter und versprechen eine höhere Bildauflösung. Um die VR-Brillen leicht und ergonomisch zu gestalten, setzen einige Hersteller bereits auf OLED-Mikrodisplays: Diese basieren auf organischen Leuchtdioden, die auf einen Silizium-Chip integriert werden und von selbst leuchten. Damit sind sie energieeffizient und bieten sehr hohe Kontrastverhältnisse.

Darüber hinaus ermöglicht der Wegfall der Hintergrundbeleuchtung einen vereinfachten Aufbau mit weniger optischen Komponenten. Ein weiterer Vorteil besteht in der hohen Schaltgeschwindigkeit der OLEDs im Bereich von wenigen Mikrosekunden im Vergleich zu Millisekunden bei LCDs. Dies ermöglicht hohe Bildwiederholraten sowie den Einsatz spezieller Modulationsverfahren zur Verbesserung des wahrgenommenen Bildes.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) in Dresden entwickeln im EU-Projekt LOMID, kurz für Large cost-effective OLED microdisplays and their applications, gemeinsam mit Industriepartnern neuartige OLED-Mikrodisplays, die deutlich bessere Eigenschaften aufweisen sollen als die handelsüblichen. "Unser Ziel ist es, eine neue Generation von OLED-Mikrodisplays zu entwickeln, die ein kompaktes Design der VR-Brillen erlauben und sich durch eine exzellente Bildqualität auszeichnen", sagt Philipp Wartenberg, Abteilungsleiter am FEP.

Einen ersten Prototyp gibt es bereits. Diesen stellen die Forscher nun auf dem European Forum for Electronic Components and Systems EFECS in Brüssel vor. Bis Mitte 2018 sollen weitere Prototypen folgen. Unterdessen sind die Anwendungen der OLED-Mikrodisplays keineswegs nur auf VR-Brillen begrenzt - auch wenn diese mittelfristig der größte Markt sein dürften. Sie eignen sich aber darüber hinaus für weitere Produkte, darunter Augmented-Reality-Brillen (AR) oder View-Finder (Sucher) in Kameras.

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