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cid Groß-Gerau - Smartphones - so weit das Auge reicht. Doch was steckt eigentlich unter der kleinen Hülle? Schüler haben jetzt das Innenleben dieser Alleskönner untersucht. Rudolf Huber / cid

Das Innenleben eines Smartphones

Das Smartphone ist aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Und ein Ende des Booms, obwohl oft prophezeit, ist längst noch nicht abzusehen. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Innenleben dieser kleinen Alleskönner aus?


Das Smartphone ist aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Und ein Ende des Booms, obwohl oft prophezeit, ist längst noch nicht abzusehen. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Innenleben dieser kleinen Alleskönner aus? Dieser Fragestellung gingen vier Schüler des Spessart-Gymnasiums im Rahmen des SANTO-Schülerpraktikums bei der Fraunhofer-Projektgruppe IWKS in Alzenau nach.

Dabei konnten sie wertvolle Eindrücke über die Arbeit der Wissenschaftler gewinnen und auch selbst kleine Versuchsreihen durchführen. 2018 waren die Schüler beispielsweise in den Abteilungen Trenn- und Sortiertechnologien und Analytik zu Gast. Zentrales Thema war dabei die Wertstoffrückgewinnung aus alten Smartphones, inklusive der Demontage und Analyse der Bestandteile.

Mithilfe der Röntgenfluoreszenzanalyse haben die Schüler in der Platine des Smartphones enthaltene Elemente lokalisieren können. Dabei entsteht eine "chemische Landkarte", die zeigt, wo welche Bestandteile verbaut sind. Durchaus überraschend war für die vier Teilnehmer dabei die Vielzahl an nicht unbedingt allgemein bekannten chemischen Elementen wie beispielsweise Niob, die in einem Smartphone verbaut sind.

Diese Analyse ist der erste Schritt, um Wertstoffe wie Gold, Tantal oder Platin gezielt abzutrennen und recyceln zu können. Danach wurde die Platine im Rasterelektronenmikroskop untersucht. Hier konnten die Schüler genau bestimmen, wie dick eine Elementschicht auf der Platine vorhanden ist. Dabei zeigte sich, dass eine große Herausforderung beim Recycling von Smartphones darin besteht, dass es zwar eine große Menge an alten Smartphones gibt, aber die enthaltenen Wertstoffe nur in sehr geringen Mengen verbaut sind. Diese möglichst wirtschaftlich herauszulösen und einer Wiederverwertung zuzuführen, ist eines der Forschungsgebiete, mit dem sich die Fraunhofer-Projektgruppe IWKS beschäftigt.

"Als Forschungseinrichtung im Bereich Nachhaltigkeit ist uns die Förderung des Nachwuchses ein besonderes Anliegen. Wir freuen uns, im Rahmen dieses erfolgreichen Projektes einen Beitrag zu leisten, indem wir Schülern naturwissenschaftliche Berufe näherbringen und Begeisterung für den verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und Wertstoffen wecken", erläutert Dr. Katrin Bokelmann, Abteilungsleiterin Trenn- und Sortiertechnologien der Fraunhofer-Projektgruppe IWKS.

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