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cid Groß-Gerau - Nicht immer schützen Lärm-Apps. Da heißt es dann: Ohren zu und durch. NDE / pixabay.com / CC0

Diese App kriegt was auf die Ohren

Digitale Helfer sprießen wie Pilze aus dem Boden. Sie sollen dem Menschen das Leben erleichtern und nützliche Tipps geben. Das trifft aber nicht immer zu. Kritik gibt es jetzt beispielsweise für sogenannte 'Lärm-Apps'. Denn für richtige Lärm-Messungen seien diese eigentlich nicht geeignet, heißt es.


Digitale Helfer sprießen wie Pilze aus dem Boden. Sie sollen dem Menschen das Leben erleichtern und nützliche Tipps geben. Das trifft aber nicht immer zu. Kritik gibt es jetzt beispielsweise für sogenannte "Lärm-Apps". Denn für richtige Lärm-Messungen seien diese eigentlich nicht geeignet, erklärt das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA). Wer Lärmwerte exakt bestimmen müsse, sollte in jedem Fall Fachleute hinzuziehen, heißt es weiter. Dabei gibt es inzwischen schon mehr als 100 Apps zum Messen von Umgebungslärm.

"Gehörschädigender Lärm beginnt ab einem Pegel von 85 dB(A), der täglich über acht Stunden anhält.", sagt Dr. Florian Schelle, Lärmexperte im IFA. Die Lärm-Apps seien allerdings nicht geeignet zu bestimmen, ob laute Geräusche - egal wo - tatsächlich über oder unterhalb dieser gesundheitsgefährdenden Grenze liegen. Der Grund hierfür ist einfach: Handys filtern bestimmte Frequenzen im Geräuschspektrum, damit vor allem Sprache gut verstanden und Umgebungsgeräusche weitestgehend ausgeblendet werden. Diese Filterfunktion kann sich zudem mit jedem Handy-Update ändern.

Für eine erste, sehr grobe Einschätzung im privaten Rahmen mag die App auf dem Handy sinnvoll sein. Wenn es aber darum geht, exakt über die Höhe von Lärmbelastungen zu entscheiden, raten Experten von Lärm-Apps dringend ab. Wird im privaten Bereich eine verlässliche und damit gerichtsfeste Lärmmessung benötigt, dann empfiehlt sich der Gang zur Fachstelle. Der Lärmexperte des IFA rät: "Beauftragen Sie im Zweifelsfall spezielle Ingenieurbüros oder suchen Sie über die Industrie- und Handelskammern nach öffentlich bestellten Gutachtern. Gibt es am Arbeitsplatz Probleme mit Lärm, wenden Sie sich an Ihre Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse."

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