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cid Groß-Gerau - Mit "Jewels" verfügt das Forschungszentrum über einen Supercomputer, der zu den schnellsten der Welt gehört. Der Rechner ist bei Forschern aus ganz Europa hochbegehrt. Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

Forschungszentrum Jülich rüstet nach

Zu den größten deutschen wissenschaftlichen Einrichtungen rund um IT gehört das Forschungszentrum Jülich. Zur Entwicklung des Computers der Zukunft gibt es nun eine Finanzspritze von Bund und Land.


Zu den größten deutschen wissenschaftlichen Einrichtungen rund um IT gehört das Forschungszentrum Jülich. Zur Entwicklung des Computers der Zukunft gibt es nun eine Finanzspritze von Bund und Land. Mit einer Summe von rund 36 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 wollen die Gesellschafter des Forschungszentrums Jülich, der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen die Entwicklung der Computertechnologien der Zukunft im Forschungszentrum beschleunigen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will davon rund 32,4 Millionen Euro übernehmen, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW weitere 3,6 Millionen Euro. Die Finanzmittel sollen in den langfristigen strategischen Ausbau von zukunftsweisenden gesellschaftlichen und ökonomischen Themenfeldern wie Quantencomputing und neuromorphes Computing fließen.

"Mit den geplanten Investitionen wollen wir als Bundesregierung die technologische Basis der Digitalisierung und insbesondere der Künstlichen Intelligenz weiterentwickeln", sagt Thomas Rachel, Parlamentarische Staatssekretär im BMBF. Damit betreibe man Zukunftssicherung für den Standort Deutschland.

Seit mehreren Jahrzehnten ist das Forschungszentrum, gemeinsam mit seinen nationalen Partnern im Gauss-Centre für Supercomputing, international führend auf den Gebieten Höchstleistungsrechnen, Simulation und Modellierung und der Entwicklung von Informationstechnologien der Zukunft. Hierbei ist es derzeit das besondere Ziel der Jülicher Forscher, völlig neue Typen von Computern zu entwickeln: neuromorphe Computer, deren Architektur sich an den Funktionen des menschlichen Gehirns orientiert.

Bereits heute arbeiten Jülicher Hirnforscher um Prof. Katrin Amunts, Direktorin des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin (INM), mit einem internationalen Technologieunternehmen auf dem Feld des maschinellen Lernens zusammen: Gemeinsam wollen sie die detailgenaue digitale Kartierung von Struktur und Funktion des menschlichen Gehirns realisieren - ein Projekt, bei dem neben der Nutzung in der klinischen Praxis auch Hinweise für neuroinspirierte Computingtechnologien gewonnen werden sollen.

Europaweit bekannt ist das Forschungszentrum Jülich durch den Super-Computer "Jewels", der zu den schnellsten Rechnern der Welt gezählt wird.

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