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cid Groß-gerau - Bei den Deutschen gibt es erhebliche Vorbehalte gegen digitalisierte Behördengänge. FirmBee / Pixabay.com / CC0

Die Angst vor der digitalen Behörde

Achtung, Datendiebe! Rund 67 Prozent der Deutschen haben die Befürchtung, dass ihnen bei Behördengängen per Computer ein Dritter über die Schulter blickt. Und immerhin 60 Prozent befürchten, dass ihre Daten auch für andere Zwecke genutzt werden als ursprünglich gedacht.


Achtung, Feind schaut mit! Rund 67 Prozent der Deutschen haben die Befürchtung, dass ihnen bei Behördengängen per Computer ein Dritter über die Schulter blickt. Und immerhin 60 Prozent befürchten, dass ihre Daten auch für andere Zwecke genutzt werden als ursprünglich gedacht.

In der Studie "Digital Government Barometer 2018" im Auftrag von Sopra Steria Consulting wird deutlich: Angst vor unbefugtem Zugriff auf persönliche Informationen ist das am häufigsten geäußerte Argument in der Bevölkerung gegen Onlinedienste von Behörden. Jeder zweite Bürger hat zudem Bedenken, dass online weniger Service geboten wird.

Anders als etwa in baltischen Staaten bewegt sich der Digitalisierungsgrad der deutschen Bürokratie beim Kontakt mit ihren Kunden noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Dabei ist das Interesse der Bürger grundsätzlich vorhanden. Immerhin hat jeder zweite Bundesbürger in den vergangenen zwölf Monaten für seine Behördenangelegenheiten Digitalangebote der öffentlichen Verwaltung genutzt.

Doch 35 Prozent haben latent Zweifel an den Schutzvorkehrungen, acht Prozent glauben überhaupt nicht daran, dass ihre Daten sicher sind. Vor gut zwölf Monaten war das Vertrauen in die Datensicherheitsmaßnahmen der Behörden noch genauso groß wie heute in Norwegen: 70 Prozent der Bundesbürger attestierten bei der Vorjahresbefragung Bund, Ländern und Kommunen eine gute IT-Sicherheitsstrategie.

Der nun gemessene Vertrauensabfall im abgelaufenen Jahr ist allerdings mehr ein aktuell gefühlter als ein dauerhaft realer. "2018 sind deutlich mehr Cyber-Attacken auf öffentliche Einrichtungen und Unternehmen öffentlich geworden als in den Jahren zuvor", sagt Olaf Janßen, zuständig für die öffentliche Verwaltung im Geschäftsbereich Information Security Solutions von Sopra Steria Consulting. "Das färbt ab, die Menschen sind sensibilisiert."

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