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Bild: @ Couleur (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Vom Morgenmuffel zum Coffee-King – Smarte Küchenhelfer machen müde Augen munter

Der Wecker klingelt zu früh, man schleppt sich in die Küche. Es dauert einige Sekunden, bis der Ernst der Lage zum trägen Kleinhirn durchdringt: Es ist kein Kaffee mehr im Haus.

Mit dieser, für viele Menschen fatalen, Ausgangssituation am Tagesbeginn sollen smarte Küchenhelfer endgültig schlussmachen. Der Ofen erkennt, wenn im Kühlschrank keine Milch mehr zum Backen da ist, die Spülmaschine warnt vor einem Mangel an Spültabs und die Kaffeemaschine warnt nicht mal mehr – sie bestellt stattdessen direkt neuen Kaffee. Der ist dann spätestens am nächsten Tag da und eine mögliche Katastrophe abgewendet.

Diese Situationen sind nicht etwa in der fernen Zukunft oder innerhalb teurer high-end Küchen von Superreichen angesiedelt. Etliche namhafte Hersteller bedienen auch hierzulande den Markt mit vernetzten Küchengeräten.
Je nach Umfang ihrer Funktionen kommunizieren die Maschinen über Bluetooth, WLAN, oder das Handynetz nicht nur mit anderen Geräten im Haus, sondern zum Beispiel auch mit Ihrem Smartphone. Sie sind letzte Nacht nach einer bestimmten Uhrzeit nach Hause gekommen? Ihre Kaffeemaschine bereitet einen extra starken doppelten Espresso zu. Sie waren zur selben Zeit wie immer zu Hause? Ihr Latte Macchiato ist unterwegs.
Egal für welches Getränk Sie Ihre smarten Helfer schuften lassen, es wird fertig sein und zwar 10 Minuten nachdem der Wecker geklingelt hat und 2 Minuten bevor Sie aus dem Bad kommen. Sobald Sie die Tasse in die Hand nehmen, hat das Heißgetränk Trinktemperatur erreicht. Sie verbrennen sich nie mehr an dem heißen Lebensretter am Morgen, weil Sie es zu eilig haben. Also alles bereit für den Arbeitstag. Später auf dem Weg zur Arbeit die üblichen Gedanken:

  • - Ist der Chef heute krank?
  • - Wann soll ich Urlaub nehmen? (falls Sie sich das wirklich fragen, hier ist eine Übersicht der Brückentage 2019)
  • - Wird mein Gehalt bald erhöht?
  • - Habe ich die Butter wieder in den Kühlschrank gestellt und den Herd ausgemacht?

Zumindest bei den letzten beiden Fragen können smarte Küchen Abhilfe schaffen: Ein Blick aufs Handy genügt, um dank des Livestreams zu wissen: Ja, Butter verstaut, nein, Herd ist noch an. Also je nach Vorliebe per Sprachbefehl oder App den Herd abschalten und weiter in Richtung Arbeitsplatz. Tagsüber bekommt man – durch geräteübergreifende Kommunikation – mit, wie der Partner sich die letzten Reste vom Vorabend aufwärmt und, „Koch- und Bratensensor“ sei Dank, diese nicht anbrennen lässt. Aber durch die intelligente Dunstabzugshaube wäre auch das kein Problem gewesen; bis man zu Hause wäre, hätte man lange nichts mehr von dem Malheur riechen können.
Später auf dem Heimweg die nächsten Überlegungen, was man denn abends essen könnte. Trotz des Verlangens nach einem neuen Bratenrezept macht der bewährte Blick aufs Smartphone klar: Heute wird essen gegangen oder Essen bestellt. Denn frische Zutaten rund um die Uhr innerhalb von Minuten liefern lassen, können selbst die smartesten Haushaltshelfer noch nicht. Es ist doch irgendwie auch schön, in der eigenen Küche noch gebraucht zu werden.

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