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cid Groß-Gerau - Der virtuelle Blindenstock wird wie eine Taschenlampe gehalten. RUB

Ein Blindenstock, der alles sieht

Mit einem Blindenstock können Blinde Hindernisse in der nahen Umwelt ertasten und sich so möglichst gefahrlos fortbewegen. Wo aber in einiger Entfernung zum Beispiel der Durchgang zwischen Häuserfronten ist, zeigt er nicht. In Zukunft könnte sich das ändern. Denn radargestützte Systeme, die das Konsortium des Projekts Ravis-3D entwickelt hat, sollen das übernehmen.


Mit einem Blindenstock können Blinde Hindernisse in der nahen Umwelt ertasten und sich so möglichst gefahrlos fortbewegen. Wo aber in einiger Entfernung zum Beispiel der Durchgang zwischen Häuserfronten ist, zeigt er nicht. In Zukunft könnte sich das ändern. Denn radargestützte Systeme, die das Konsortium des Projekts Ravis-3D entwickelt hat, sollen das übernehmen.

Wie das funktioniert? Die Systeme, die intuitiv benutzbar sind, erfassen die Umgebung und setzen sie in Audiosignale um, die über ein halboffenes Hörgerät ausgegeben werden. Drei Lehrstühle der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sowie mehrere Industriepartner haben jetzt das dreijährige Projekt abgeschlossen, das von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert wurde.

Die Beteiligten des Konsortiums sind sicher, dass die Ergebnisse von Ravis-3D ein großes Vermarktungspotenzial haben. "Ein solches System ist bisher am Markt noch nicht vorhanden", sagt Dirk Kampmann von der Firma Kampmann Hörsysteme, die das Konsortium leitet. "Wir müssen nun daran arbeiten, dass die Komponenten kleiner und günstiger werden und dass das System sich in weitere IT-basierte Blindenhilfsmittel zum Beispiel auf dem Smartphone gut eingliedert. Wenn das gelingt, können wir den Markt an Blindenhilfsmitteln in den kommenden Jahren bereichern."

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