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mp Groß-Gerau - Allergiker reagieren noch empfindlicher auf Stress als Gesunde. Cornfreak / pixabay.com

Allergiker neigen eher zu Stress

Wer unter Allergien leidet, ist eher gestresst. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Medizinischen Universität Wien.


Wer unter Allergien leidet, ist eher gestresst. Ein Forschungsteam um Lisa Maria Glenk vom interuniversitären Messerli Forschungsinstitut - einer gemeinsamen Einrichtung der Vetmeduni Vienna, der Medizinischen Universität Wien und der Universität Wien - ging diesen Fragen in einer soeben veröffentlichten wissenschaftlichen Studie nach und kam zu erstaunlichen Ergebnissen.

Etwa jeder Vierte leidet an Asthma, Heuschnupfen & Co., wobei Frauen häufiger als Männer betroffen sind. Stress kann das Immunsystem aktivieren oder hemmen, seine vielfältige Wirkung in Zusammenhang mit Allergien ist allerdings noch nicht vollständig aufgeklärt. Frühere Untersuchungen zeigten bereits, dass Allergiker ängstlicher und stressanfälliger sind als Menschen ohne Allergie.

Das Forschungsteam untersuchte Gesunde Allergiker in einem Stresstest. Den Studienteilnehmern wurden vor und nach der Stressprovokation ein Fragebogen zu ihrem Umgang mit Emotionen sowie ihrem aktuellen Befinden vorgelegt. Zudem bestimmten die Wissenschaftler die Konzentrationen der Hormone Kortisol und Oxytocin.

Nach dem Stresstest fühlten sich sowohl Allergiker als auch Gesunde ängstlicher und gestresster. Allerdings verzeichneten Allergiker einen stärkeren Anstieg des Stresshormons Kortisol und brauchten zudem länger, um sich wieder davon zu erholen. Auch in der Ausschüttung von Oxytocin, welches auch als Kuschel- oder Bindungshormon bekannt ist, unterschieden sich die allergischen von den gesunden Probanden. Zwar hatten Allergiker höhere Ausgangwerte im Blut, ihr Oxytocinspiegel sank aber infolge der Stresserfahrung. Bei den Gesunden verhielt es sich umgekehrt. Interessanterweise unterdrückten eher Allergiker als Gesunde ihre Emotionen.

Dazu Forscherin Erika Jensen-Jarolim: "Wir sehen immer wieder, dass Allergiepatienten die Schwere ihrer chronischen Symptome negieren." Jene allergischen Personen, die zu einer emotionalen Neubewertung der Situation fähig waren, erholten sich deutlich schneller vom Stress.

Co-Autor Oswald D. Kothgassner von der Medizinischen Universität Wien ergänzt dazu: "Durch diese Ergebnisse kann angenommen werden, dass Mechanismen der Stressregulation eine entscheidende Rolle für das häufig gemeinsame Auftreten von Allergien und Depressionen spielen".

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