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mp Groß-Gerau - Propranolol stört die Autophagie und aktiviert entzündliche Signalkaskaden in Immunzellen: Sichtbar sind blau der Zellkern, rot ein Autophagie-Marker und grün ein bei Entzündung aktiviertes Protein. Gerrit Müller / Freie Universität Berlin

Brennende Haut durch Beta-Blocker

Dass Beta-Blocker schwere Hautentzündungen verursachen können, ist zwar schon bekannt, doch die Ursache war noch ungeklärt. Eine Studie bringt nun Licht ins Dunkel.


Dass Beta-Blocker schwere Hautentzündungen verursachen können, ist zwar schon bekannt, doch die Ursache war noch ungeklärt. Eine Studie bringt nun Licht ins Dunkel. Den Untersuchung zufolge können Beta-Blocker den Abbau defekter Zellbestandteile stören. Im Gegenzug setzen die Zellen dann Botenstoffe frei, die durch das Immunsystem entzündliche Reaktionen auslösen.

Bei manchen Patienten können Beta-Blocker eine entzündliche Schuppenflechte auslösen oder verstärken. Wissenschaftler der Universität Bonn und der Freien Universität Berlin haben ihre Ergebnisse nun in der renommierten Fachzeitschrift "Autophagy" vorgestellt.

Beta-Blocker werden häufig gegen Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Doch nicht alle Beta-Blocker sind problematisch: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die entzündlichen Effekte vor allem bei fettlöslichen Beta-Blockern auftreten. Doch gibt es auch andere Substanzen. "Wir haben sie in unseren Zellkulturen getestet", betont der Pharmakologe. "Die Interleukin-23-Ausschüttung war bei ihnen deutlich geringer als nach Propranolol-Gabe."

Diese Ergebnisse müssen aber noch bei lebenden Organismen verifiziert werden. Dass eine gestörte Autophagie schwere Erkrankungen auslösen kann, ist dagegen schon seit längerem bekannt. Darunter sind etwa Demenz, entzündliche Darmerkrankungen und Diabetes.

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