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wid Groß-Gerau - Geldabheben am Geldautomaten im Rahmen eines Verbunds wie "Cashgroup" ist eigentlich kostenlos. Doch aufgepasst: Es gibt Ausnahmen, die nicht immer sofort auffallen. Hans / pixabay.com

Unerwartete Gebühren an Geldautomaten

Verbraucherschützer warnen: An bestimmten Geldautomaten des 'Cashgroup'-Verbundes kann das Geldabheben teuer werden.


Verbraucherschützer warnen: An bestimmten Geldautomaten des Verbundes "Cashgroup" kann das Geldabheben teuer werden. Als Kunden der Cashgroup, einem Bankenverbund, zu dem auch die Postbank gehört, waren sie im Glauben, dort kostenlos Bargeld zu erhalten. Hintergrund ist eine Kooperation des Geldautomatenbetreibers Cardpoint mit der Postbank.

Wie die Verbraucherzentrale mitteilt, hat die Postbank in Kooperation mit dem größten Geldautomatenbetreiber in Deutschland - Cardpoint - seit Ende 2018 zahlreiche neue Geldautomaten aufgestellt. An den Automaten ist ein großer Sticker mit dem Postbank-Logo angebracht. Kostenlos Bargeld mit der Girocard erhalten dort nur Kunden der Postbank. Die Automaten stehen mitunter an stark frequentierten Orten wie Tankstellen, Raststätten und U-Bahnhöfen.

Das Logo der Postbank, die zum Bankenverbund Cashgroup gehört, veranlasste auch Verbraucher mit Girokonto bei einem Cashgroup-Partner, dort Geld abzuheben - mit einer teuren Überraschung: Für die Abhebung wurde ein Entgelt berechnet. Auf anfallende Kosten wurden einige Verbraucher nach eigenen Angaben aber nicht hingewiesen. "Die betroffenen Verbraucher fühlen sich schlichtweg in die Irre geführt," erklärt Martina Schröder, Fachreferentin "Marktwächter Finanzen" bei der Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Marktwächterexperten haben beide Anbieter mit dem Problem konfrontiert. Sowohl Cardpoint als auch Postbank weisen die Anschuldigungen zurück: Das Postbank-Logo suggeriere keineswegs, dass Cashgroup-Nutzer hier kostenlos Bargeld erhalten könnten. Sie berufen sich vor allem auf das fehlende "Cashgroup"-Logo, das für gewöhnlich an Geldautomaten von Verbundpartnern abgebildet ist.

Während des Abhebevorgangs wird am Display darüber informiert, dass keine Kosten durch die Hausbank anfallen. Zugleich werde, so Cardpoint, auf die Höhe des an den Automatenbetreiber zu entrichtenden Entgelts hingewiesen. Gerade diese widersprüchlich aufeinanderfolgenden Informationen könnten Verbraucher neben der Außenwerbung zusätzlich in die Irre führen, entgegnen die Verbraucherschützer.

"Wenn derartige Hinweise anstelle des Verwirrung stiftenden Postbank-Stickers klarer und ähnlich prominent ausgewiesen würden, gäbe es weniger Irritationen", kritisiert Schröder. Verbraucher sollten, insbesondere bei Geldautomaten außerhalb von Filialen und SB-Services, immer genau im Auge behalten, ob eventuelle Kosten ausgewiesen werden.

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