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mp Groß-Gerau - Alarmstufe rot: Viele Bakterien sind im Laufe der Zeit gegenüber herkömmlichen Antibiotika unempfindlich geworden. Medi2Go / pixabay.com

Resistente Bakterien auf dem Vormarsch

Extrem resistente Bakterien stellen Ärzte und Wissenschaftler zunehmend vor große Herausforderungen. In Europa sterben 33.000 Menschen pro Jahr an Infektionen mit sogenannten multiresistenten Keimen. Darunter versteht man Bakterien, die gegenüber vielen herkömmlichen Antibiotika unempfindlich geworden sind.


Extrem resistente Bakterien stellen Ärzte und Wissenschaftler zunehmend vor große Herausforderungen. In Europa sterben 33.000 Menschen pro Jahr an Infektionen mit sogenannten multiresistenten Keimen. Darunter versteht man Bakterien, die gegenüber vielen herkömmlichen Antibiotika unempfindlich geworden sind.

Die Anzahl an Todesfällen, die sich auf eine Infektion mit solchen Erregern zurückführen lassen, hat sich zwischen 2007 und 2015 in Europa etwa versechsfacht. Um der Ausbreitung resistenter Keime entgegenzuwirken, fordern Experten, bei einfachen Infektionen wie Blasenentzündungen oder Erkältungs-Krankheiten statt Antibiotika bevorzugt bewährte und antibakteriell wirksame Pflanzenstoffe wie die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich einzusetzen.

Eine neue Studie von Wissenschaftlern aus Taiwan hat gezeigt, dass das in Kapuzinerkresse enthaltene Benzylsenföl sogar gegen multiresistente E. coli wirkt. Dieser Keim gilt als Hauptauslöser von Blasenentzündungen, gegen den viele gängige Antibiotika schon Resistenzen gebildet haben.

Bereits frühere Laborstudien der Universität Freiburg sowie mehrere internationale Forschungsarbeiten belegen das breite antibakterielle Wirkspektrum der Senföle gegenüber zahlreichen Krankheitserregern, darunter auch multiresistente E. coli.

"Der Einsatz der pflanzlichen Senföle kann daher einen Beitrag zur Entschärfung der Resistenzproblematik leisten", sagt Prof. Frank Günther aus Marburg. Auf diese Weise könne der Antibiotikagebrauch reduziert und damit der Resistenzdruck verringert werden, so der Facharzt für Mikrobiologie weiter.

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