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cid Groß-Gerau - Smartphones lassen sich auch im Unterricht einsetzen. Skitterphoto / pixabay.com

Unterrichten mit dem Smartphone will gelernt sein

Das Klassenzimmer soll digital werden. Ein neuer Master-Studiengang befasst sich speziell mit der Einbeziehung elektronischer Geräte in den Unterricht. Dieser muss Experten zufolge anders gestaltet sein.


Das Klassenzimmer soll digital werden. Ein neuer Master-Studiengang befasst sich speziell mit der Einbeziehung elektronischer Geräte in den Unterricht. Dieser muss Experten zufolge anders gestaltet sein. Der Masterstudiengang "Educational Technology" an der Universität des Saarlandes ist einer der bundesweit wenigen Studienangebote auf diesem Gebiet. Das Studium kombiniert Computer- und Bildungswissenschaften, Pädagogik, Psychologie und Informatik.

Mit den neuen Technologien lernt es sich anders. Der Unterricht verändert sich. Die Rolle des Lehrers ist eine völlig andere. Neue Lehr- und Lernkonzepte sind nötig. Und diese entwickelt und erforscht Professor Armin Weinberger mit seinem Team an der Saar-Uni. "Alle gut gemeinten Bildungstechnologien können Wissenskonstruktion und Wissenskommunikation nur so weit fördern, als sie pädagogisch wie psychologisch fundiert sind." Das sei auch unerlässlich dafür, dass die neuen Medien bei Lehrern, Schülern und Eltern auf Akzeptanz stoßen würden, erklärt der Professor für Bildungstechnologie und Wissensmanagement.

Im vier Semester umfassenden Masterstudiengang lernen die Studenten, wie Bildungstechnologien auf der Grundlage pädagogischer und psychologischer Erkenntnisse gestaltet werden können. Also wie das Smartphone Schüler bestmöglich beim Lernen unterstützt, wie Lehrerinnen und Lehrer Technologien nachweislich sinnvoll einsetzen oder auch: Wie gelungene Software aussieht, die Schüler nicht nur mit Information füttert, sondern sie im Lernprozess zu Aha-Erlebnissen hinführt.

"Wir erforschen, wie die neuen Technologien zum Beispiel in den sozialen Medien oder auch im Klassenzimmer helfen, Wissen zu konstruieren, zu kommunizieren und anzuwenden", berichtet Weinberger. Technisch möglich ist Vieles, aber nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll. "Wir analysieren daher Lernprozesse und ergründen, wie diese genau ablaufen, was sie fördert oder eher stört, wie Lernumgebungen idealerweise gestaltet sind."

Den Studenten vermitteln wird eine konstruktiv-kritische Perspektive auf Bildungstechnologien. Im Studium sind viele praktische Übungen vorgesehen, in denen Studentinnen und Studenten Lernumgebungen gestalten und evaluieren, programmieren lernen und dabei selbst Bildungstechnologien entwickeln.

Das Team um Weinberger setzt hierbei auf Methoden, die zwischen den Computerwissenschaften und den Bildungswissenschaften angesiedelt sind. "Wir vermitteln unseren Studenten unter anderem pädagogische Konzepte, die mit technischen Mitteln in den Unterricht eingebunden werden." Schwerpunkte sind Computer- und Bildungswissenschaften. Es geht um soziale Medien und Netzwerke, Online-Werkzeuge und Online-Wissensressourcen, Multimedia-Nachrichten, Simulationen und Mikrowelten, Lernspiele und mobiles Lernen mit Multi-Touch-Geräten wie Smartphones.

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