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cid Groß-Gerau - Der Internet-Riese Google sieht sich einmal mehr Vorwürfen von Machtmissbrauch ausgesetzt. pixabay.com

Google und die Folgen

Die Rekordstrafe gegen den IT-Giganten Google wegen Missbrauchs der Marktmacht beim Smartphone-System Android schlägt hohe Wellen. Wie geht es jetzt weiter?


Die Rekordstrafe gegen den IT-Giganten Google wegen Missbrauchs der Marktmacht beim Smartphone-System Android schlägt hohe Wellen. Wie geht es jetzt weiter? Offenbar will die EU-Kommission neben der Strafe in Höhe von 4,3 Milliarden Euro auch Änderungen an Googles Geschäftsmodell bei Android durchsetzen. Google wird die Rekord-Wettbewerbstrafe der EU-Kommission anfechten. Das kündigte ein Sprecher des Internet-Riesen in Brüssel an.

Android ist das meistgenutzte Smartphone-System der Welt. Die Software bringt in Europa laut Marktforschern rund 80 Prozent der derzeit verkauften Computer-Telefone zum Laufen.

Doch worum geht es genau? Die Kommission hatte das Android-Verfahren im April 2015 aufgenommen und dem Internet-Riesen ein Jahr später den Missbrauch einer marktbeherrschenden Position vorgeworfen. Google und der Mutterkonzern Alphabet weisen die Vorwürfe zurück.

Android wird bei Google entwickelt, ist kostenlos für Geräte-Hersteller und kann von ihnen auch abgewandelt werden. Aber es gibt Einschränkungen, wenn sie Google-Apps wie GMail oder Maps auf die Geräte bringen, berichtet das Portal IT-Business.

Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass Hersteller von Android-Smartphones, die Google-Dienste einbinden wollen, immer ein komplettes Paket aus elf Apps des Internet-Konzerns auf die Geräte bringen müssen. So kämen zum Beispiel auch Googles Browser Chrome und die Google-Suche auf die Geräte, selbst wenn ein Hersteller zum Beispiel nur die App-Plattform Play Store installieren wolle. Google dagegen behauptet, ein Mindestangebot an Apps sei nötig, weil Nutzer Google-Dienste sonst nicht vernünftig einsetzen könnten.

Alles in allem sieht die EU-Kommission in dem Vorgehen des Konzerns einen Versuch, die Marktposition seiner Online-Angebote auf Mobil-Geräten auf unfaire Weise gegen andere Dienste-Anbieter abzusichern. Das letzte Wort ist in diesem Fall wohl noch lange nicht gesprochen.

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