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cid Groß-Gerau - Der Digital-Pakt soll die Schulpolitik in Deutschland verbessern. Doch in der Praxis hakt es noch immer. JeShoots-com / pixabay.com

So steht es um den Digital-Pakt an Schulen

Vor einem Jahr haben sich Bund und Länder auf den Digitalpakt Schule geeinigt. Für fünf Milliarden Euro sollten die Schulen für die Digitalisierung fit gemacht werden. Doch wie sieht das in der Praxis aus?


Vor einem Jahr haben sich Bund und Länder auf den Digitalpakt Schule geeinigt. Für fünf Milliarden Euro sollten die Schulen für die Digitalisierung fit gemacht werden. Doch wie sieht das in der Praxis aus?

Denn die Länderchefs befürchteten, das föderale System könnte weiter ausgehöhlt werden, der Bund künftig die Schulpolitik in den Bundesländern bestimmen. Also vereinbarten beide Seiten, dass das Geld vor allem dazu genutzt wird, die Infrastruktur an den Schulen zu verbessern - durch die Anschaffung von digitalen Tafeln und WLAN zum Beispiel. Die Aus- und Fortbildung sollte in Länderhand bleiben, die Schulen pädagogische Konzepte entwickeln.

Doch an den Schulen ist kaum etwas zu sehen. Ein Jahr später haben die Länder gerade einmal 40 Millionen Euro bewilligt. Das ergab eine Abfrage des BR bei den zuständigen Länder-Ministerien. Der Digitalpakt - also gescheitert? Aus der Politik heißt es dazu, man wolle sicherstellen, dass die digitale Bildung unter pädagogischen Gesichtspunkten in die Schulen komme, und das dauere eben ein bisschen.

Tatsächlich haben die Bundesländer die Vorgaben aus Berlin sehr unterschiedlich umgesetzt: Nachdem der Pakt am 17. Mai 2019 in Kraft trat, setzte beispielsweise Sachsen die Förderrichtlinie noch im selben Monat um, bereits im Juni konnten Schulen ihre Anträge einreichen. Inzwischen wurden dort bereits 12,1 Millionen Euro freigegeben, verteilt auf 20 Projekte. Zum Vergleich: In Bayern stehen die Antragsformulare seit Mitte Dezember bereit. Einen einzigen hat das Kultusministerium bisher bewilligt.

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