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mid Groß-Gerau - Zwischen sieben und neun Stunden Schlaf brauchen die allermeisten Menschen. congerdesign / pixabay.com

Warum Schlaf so wichtig für die Gesundheit ist

Reißt uns das Klingeln des Weckers aus dem Traum, war die letzte Nacht oft zu kurz. Das Gesundheitsmagazin 'Apotheken Umschau' erklärt, warum ausreichend Schlaf so wichtig für uns ist.


Reißt uns das Klingeln des Weckers aus dem Traum, war die letzte Nacht oft zu kurz. Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" erklärt, warum ausreichend Schlaf so wichtig für uns ist.

Gesunder Schlaf ist neben Essen und Trinken ein Grundbedürfnis, das unsere Lebenserwartung steigert. Eine Analyse von 172.000 Fragebögen des National Health Interview Survey, der jährlichen Erhebung zum Gesundheitszustand der US-Bevölkerung, ergab, dass Männer, die besonders gut schliefen, im Schnitt fast fünf Jahre länger lebten. Bei Frauen waren es mehr als zwei Jahre.

Auch wenn wir ein Drittel unseres Lebens verschlafen, ist das keine vergeudete Zeit. Im Schlaf werden Prozesse für einen gesunden Stoffwechsel angekurbelt, die unter anderem für Herz, Kreislauf und die Muskulatur wichtig sind. "Wir regenerieren auf diese Weise bis in die Zellen", erklärt der Kölner Schlafmediziner Dr. Michael Feld. "So werden in der Tiefschlafphase Wachstumshormone ausgeschüttet, die uns als Kind wachsen lassen, aber auch zeitlebens wichtig für unseren Haut- und Knochenaufbau oder die Wundheilung sind."

Ebenso ist unser Immunsystem hochaktiv. "Nur wenn wir ausreichend schlafen, kann unser Körper Erreger angehen oder Entzündungen bekämpfen", so Feld. Neben der Abwehr profitiert auch unser Gehirn. Es braucht Schlaf, um Erinnerungsaltlasten zu vergessen und so Platz für Neues zu schaffen. "Die ganzen Reize des Tages muss unser Kopf verarbeiten", erklärt Feld. Dafür wird das Erlernte über Nacht im Langzeitgedächtnis abgespeichert und mit anderen Informationen verknüpft. Das kostet viel Energie. Der Blutzuckerverbrauch sei deshalb im Traumschlaf am höchsten, weil in dieser Phase die Synapsen in unserem Gehirn intensiv auf- und abgebaut würden.

Wieviel Nachtruhe jeder einzelne Mensch wirklich benötigt, liegt unter anderem an den Genen, sagt Professorin Dr. Birgit Högl, Leiterin des Schlaflabors der Universitätsklinik für Neurologie in Innsbruck und bis vor kurzem Präsidentin der Weltschlafgesellschaft. Zwischen sieben und neun Stunden sind es bei den allermeisten Menschen. Es gäbe viel weniger echte Kurzschläfer als wir vermuten. Viele, die denken, dass sie mit wenig Schlaf auskommen, würden den Mangel und die Folgen ignorieren. Es reiche schon aus, nur fünf statt acht Stunden zu schlafen, um am nächsten Tag unkonzentriert zu sein. Problematisch wird es, wenn es öfter vorkommt. Gemütsregulation, der Sprachfluss und sogar die Entscheidungsfähigkeit seien dann teilweise schon eingeschränkt.

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