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wid-en Groß-Gerau - Kohle zur Energieerzeugung spielt in Deutschland noch immer eine gewichtige Rolle. Das muss sich nach Ansicht der Bürger laut einer Umfrage ändern - vorzugsweise schleunigst. herbert2512 / pixabay.com

Kohleausstieg endlich festzurren

Die Politik hadert, die Bürger sind schon einen Schritt weiter: Knapp drei Viertel der Deutschen schreiben der sich formierenden Bundesregierung den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung ins Lastenheft. Zwei von fünf fordern, dass dies möglichst schnell erfolgen soll. Und wo soll der Strom herkommen?


Die Politik hadert, die Bürger sind schon einen Schritt weiter: Knapp drei Viertel der Deutschen schreiben der sich formierenden Bundesregierung den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung ins Lastenheft. Zwei von fünf fordern laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des WWF und des Energie- und IT-Unternehmens LichtBlick, dass dies möglichst schnell erfolgen soll. "Die Zeit des Aufschiebens ist vorbei", sagt Michael Schäfer, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. Und wo soll der Strom herkommen? Ganz klar, 56 Prozent der Befragten sehen als dringendste Maßnahme einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien.

Neben dem Thema Kohle haben die Analysten auch die Meinung zur Elektromobilität abgefragt. Denn wird der Strom für die eigentlich sehr umweltfreundlichen Fahrzeuge aus Kohle gewonnen, ist kaum etwas bis nichts gewonnen. Wird der Strom "dreckig" produziert, sind es die E-Autos letztlich auch. Doch die Verkehrswende ist ein zentrales Thema: 47 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sprechen sich für die Förderung und den Ausbau klimafreundlicher Verkehrsalternativen aus - auch und besonders in den Bereichen Bus-, Bahn- oder Fahrradverkehr.

Und wie soll die E-Mobilität vorangebracht werden? Notfalls zwangsweise. 30 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, die Autohersteller gesetzlich dazu zu verpflichten, mehr Elektroautos in den Markt zu bringen - und zwar in allen Preiskategorien. Denn die deutsche Autoindustrie bewerten 69 Prozent als "nicht gut aufgestellt". Die neue Bundesregierung soll nach Ansicht von 40 Prozent der Befragten vor allem für den Ausbau der Elektroladesäulen-Infrastruktur mehr Mittel bereitstellen. (vm/en-wid)

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