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@ cocoparisienne (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Casino-Affäre in Österreich: Ermittlungen drehen sich erneut um FPÖ

Ibiza ist vergangen, doch um die Österreicher FPÖ ist keine Ruhe eingekehrt. Die Postenbesetzung im teilstaatlichen Casino CASAG - Casino Austria AG wirft Fragen auf und hat zur Einberufung einer Sondersitzung durch NEOS, die SPÖ und die Grünen geführt. Explizit steht die Qualifikation Peter Sildos als Mitglied des CASAG Vorstands in Frage. Laut eines Gutachtens bringt der FPÖ Bezirksrat keine Qualifikationen für diese Berufung mit, wie es in der glücksspielrechtlichen Beurteilung heißt.

Was hat es mit Bestechung und Untreue auf sich?

Explizit steht die Qualifikation Peter Sildos als Mitglied des CASAG Vorstands in Frage. Laut eines Gutachtens bringt der FPÖ Bezirksrat keine Qualifikationen für diese Berufung mit, wie es in der glücksspielrechtlichen Beurteilung heißt. Die Ermittlungen gehen aktuell in Richtung Bestechung und Untreue. Auch von Amtsmissbrauch ist die Rede, wie sich aus verschiedenen Quellen erschließt. Peter Sildo verfügt weder über Expertise und Kernkompetenz im Glücksspiel, noch kann er mit ausreichend Erfahrung in der Leitung einer so verantwortungsvollen Position wie dem Vorstand der Casino Austria AG aufwarten. Nicht ohne Grund stellt sich die Frage, welche Basis es für die Einberufung des Bezirksrates der FPÖ in den Vorstand der CASAG gibt. Das Augenmerk richtet sich nach den ersten Erkenntnissen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft auf den Miteigentümer des teilstaatlichen Casinos, Novomatic. Die Miteigentümerschaft beläuft sich auf 17 Prozent und damit einen nicht unerheblichen Teil im Bezug auf die bisher bekannten Informationen. Mit dem Einsatz von Sildo im Vorstand der CASAG steht die Gegenleistung lukrativer Glücksspiellizenzen für den drittgrößten Miteigentümer der AG im Raum, so die Ermittler. Wenn sich diese Vermutung beweist, könnte die Casino-Affäre in Österreich noch größere Wogen als die erst überstandene Ibiza Affäre schlagen. Ganz ohne Skandal können User im Dunder Casino spielen und ihre Chance auf einen Gewinn nutzen.

Einige prominente Namen in der Liste Verdächtiger 

Auf der Agenda tauchten zwei bekannte, in den Ibiza Skandal verwickelte Namen auf. Strache und Gudenus sind erneut im Gespräch, stehen im engen Kontakt mit Sildo und hatten bereits im August eine Hausdurchsuchung. In diesem Rahmen tauchten Dokumente auf, die unter anderem auch einen Blick auf den ehemaligen Finanzminister Löger von der ÖVP, sowie den Novomatic Manager Neumann werfen lassen. Der Kreis der Verdächtigen wächst, auch wenn derzeit die Unschuldsvermutung gilt und von allen Protagonisten sämtliche Vorwürfe bestritten werden. Das Management von Novomatic gab kürzlich bekannt, dass ein Rückzug aus dem Geschäft in Österreich im Gespräch ist. Einige SMS uns Chats bei WhatsApp wurden von der Presse zitiert und zeigen eine klare Tendenz auf. Doch der rote Faden reicht wahrscheinlich noch weiter zurück und könnte eine Verbindung zur Ibiza Affäre herstellen. Schon hier sprach die Nichte des Oligarchen davon, dass Novomatic an alle Parteien zahlt. Auch der deutlich höhere, vom Justizminister ohne Parteizugehörigkeit vergebene Handlungsspielraum an die Staatsanwaltschaft wirft einige Fragen auf. 

Aktuell wird ein Untersuchungsausschuss gefordert und es ist absehbar, dass die Casino Affäre in Österreich noch länger für Schlagzeilen sorgen und die Presse sowie die Online Medien beschäftigen wird. 

Im Rahmen der Aufklärung gelangt auch Ibiza wieder auf die Agenda und man fragt sich, ob es Zusammenhänge gibt und wie weit diese reichen. Finanzminister Müller wurde häufig befragt und hat auch zahlreiche Antworten gegeben. Doch zur wirklichen Aufklärung der Thematik haben diese Antworten bisher nicht beigetragen. Ebenso verhält es sich mit Beschlüssen. Hitzige Diskussionen machen die Runde, aber ein wirklicher Beschluss wurde bisher nicht gefasst. Es bleibt daher abzuwarten, ob sich bisher unbekannte Abgründe auftun oder ob die Problematik in Kürze geklärt wird. Fakt ist, dass die Österreicher FPÖ wieder in einen Skandal verwickelt ist und im Mittelpunkt steht.

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