Strom aus der Glasfassade
Solardächer sind weithin bekannt - aber wie steht es mit Solarfassaden? Im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes wurde in Litauen ein Bürogebäude mit Glasfassade mit semitransparenten Solarmodulen ausgestattet.
Solardächer sind weithin bekannt - aber wie steht es mit Solarfassaden? Im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts wurde in Litauen ein Bürogebäude mit Glasfassade mit semitransparenten Solarmodulen ausgestattet.
"Über bedruckte Modulgläser, verschiedenfarbige Laminationsfolien oder unterschiedlich gefärbte Solarzellen können Solarfassaden fast beliebig gestaltet werden", sagt Tomas Lenkimas, Leiter der Entwicklungsabteilung von Glassbel, dem litauischen Glashersteller, an dessen Gebäude die Fassade angebracht wurde. "Die größte Herausforderung bei unserer Solarfassade war die Produktion der sehr großen und schweren Glas-Glas-Module mit bis zu 3,6 Metern Länge und 1,7 Metern Breite."
Im Testzeitraum von sechs Monaten überwachte das Photovoltaik-Institut Berlin (PI Berlin) die 75 auf einer Fläche von 600 Quadratmeter installierten Module. "Aus unseren bisherigen Monitoringdaten geht hervor, dass der spezifische Ertrag der Anlage bis zu 800 Kilowattstunden pro kWpeak erreichen kann", sagt Thomas Weber, Projektleiter am PI Berlin. "Wir konnten durch unsere engmaschigen Untersuchungen in der Phase der Inbetriebnahme einige Verbesserungen vorschlagen, die in Teilen der Anlage zu 25% Ertragssteigerung führten."
Nach bisherigen Berechnungen der Projektpartner liegen die Anschaffungskosten für eine solche "Zweite Haut"-Solarfassade bei 550 Euro pro Quadratmeter. Zusätzlich haben die Mitarbeiter des Gebäudes ein verbessertes Gebäudeklima festgestellt, da durch die zusätzliche Schicht an der Gebäudehülle weniger Wärme nach innen gelangte. (vm/en-wid)
