Datendiebe dringen über Smartwatch überall ein
Unternehmen sind gegen Bedrohungen von mobilen Endgeräten und Wearables in vielen Fällen ungeschützt. 70 Prozent der Mitarbeiter setzen private Endgeräte in der Arbeit ein, aber nur die wenigsten Arbeitgeber schreiben dedizierte Richtlinien zur Nutzung und zum Schutz vor Cyberkriminalität vor.
Unternehmen sind gegen Bedrohungen von mobilen Endgeräten und Wearables in vielen Fällen ungeschützt. 70 Prozent der Mitarbeiter setzen private Endgeräte in der Arbeit ein, aber nur die wenigsten Arbeitgeber schreiben dedizierte Richtlinien zur Nutzung und zum Schutz vor Cyberkriminalität vor.
Nur in 35 Prozent der Unternehmen gibt es für die Nutzung von privaten Endgeräten dedizierte Richtlinien. Bring your own Device, kurz BYOD - immer häufiger auch in Form von Wearables, wie etwa Smartwatches - ist in vielen deutschen Unternehmen an der Tagesordnung. Die Mitarbeiter nutzen ihre eigenen privaten Endgeräte auch am Arbeitsplatz - leider häufig ohne ausreichende Schutzmaßnahmen gegen Schadcode. Dennoch fehlt bei vielen Verantwortlichen und auch bei den Angestellten noch das Bewusstsein für die potenziellen Gefahren, die hier durch Cyberkriminalität lauern.
Eine Umfrage von Kroll Ontrack, einem Unternehmen für professionelle Datenrettung und Computer Forensik zeigt, dass mittlerweile nahezu jeder der großen Elektronikkonzerne Wearables im Portfolio hat. Darunter viele Smartwatches wie Apple Watch, Samsung Gear S oder Motorola 360. Die Mehrzahl der Beschäftigten (95 Prozent) seien laut der Umfrage auch bereit Wearables beruflich zu nutzen, erklärt Peter Böhret von Kroll Ontack. »Doch unsere vor Kurzem durchgeführte Umfrage beweist, dass in der Mehrzahl der Unternehmen noch nicht einmal für reguläres BYOD entsprechende Richtlinien existieren - geschweige denn für Wearables. Dabei laufen die Verantwortlichen Gefahr, durch diese Nichtregulierung Datenverluste zu riskieren«.
BYOD ist mittlerweile in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. So nutzen knapp 71 Prozent der Befragten private Endgeräte für ihre Arbeit. Allerdings besitzt knapp die Hälfte, also rund 47 Prozent der User, keine entsprechenden Richtlinien zur Nutzung solcher Geräte. Dies ist besonders vor dem Aspekt kritisch, dass in 65 Prozent der Fälle die privaten Endgeräte der Mitarbeiter uneingeschränkten Zugriff auf das Firmen-WLAN haben. Dazu zählen auch im Unternehmenseinsatz bisher untypische Geräte wie Wearables oder E-Reader. Dies stellt für die IT-Abteilungen ein unkalkulierbares Risiko dar, da diese Geräte ein offenes Tor für Cyber-Angriffe und Malware sind.
Ein weiteres Risiko sind die in vielen Fällen automatisierten Backups der mobilen Endgeräte, die alle Daten vollautomatisch in die Cloud laden. Denn auf diesem Weg könnten leicht vertrauliche Firmendaten das Unternehmensnetzwerk verlassen - unbemerkt von Mitarbeitern und Verantwortlichen. Ein Datenleck ist laut dem Datenrettungsexperten von Kroll Ontrack vorprogrammiert, vor allem da sich bislang mehr als 30 Prozent der Befragten noch nicht einmal mit dem Thema befasst haben.
Mit jedem Tag, an dem Unternehmen die Nutzung privater Endgeräte nicht regeln und die Mitarbeiter entsprechend sensibilisieren, riskieren Firmen einen kapitalen Datenverlust oder Schlimmeres. Die Verantwortlichen in den IT-Abteilungen und Geschäftsführungen müssen stetig Neuregelungen aufstellen, die auf neue technologische Entwicklungen, wie beispielsweise Wearables, angepasst sind und die Mitarbeiter regelmäßig für Gefahren sensibilisieren. Angestellte sollten im eigenen Interesse mehr Verantwortung für eine korrekte Nutzung ihrer Endgeräte übernehmen.


