Datenschutz bei Smartphone-Apps im Visier behalten

Viele Smartphone-Apps verwenden persönliche Daten, um ihre Funktionalität voll ausspielen zu können. Dennoch sollten Smartphone-Besitzer die Einstellungen ihrer Geräte aus Datenschutzgründen kontrolliert im Blick behalten.


Viele Smartphone-Apps verwenden persönliche Daten, um ihre Funktionalität voll ausspielen zu können. Dennoch sollten Smartphone-Besitzer die Einstellungen ihrer Geräte aus Datenschutzgründen kontrolliert im Blick behalten.

Die Navi-App nutzt den Standort, die Bildbearbeitung greift auf die gespeicherten Fotos zu oder der Messenger auf die Kontakte: Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des ITK-Verbands Bitkom hat gut die Hälfte (rund 52 Prozent) aller Smartphone-Nutzer in Deutschland die Lokalisierungsfunktion ihres Smartphones schon einmal verändert. Damit kann geregelt werden, ob eine App immer, zeitweise oder gar nicht auf den Standort des Nutzers zugreifen darf. 38 Prozent haben die Zugriffsmöglichkeit auf ihre auf dem Smartphone gespeicherten Fotos verändert und ein Viertel der User die Nutzung ihrer persönlichen Kontakte. Immerhin haben 17 Prozent die Einstellungen zur Nutzung des Mikrofons angepasst, was vor allem für Apps mit einer Spracheingabe-Funktion wichtig ist.

»Viele Anwendungen brauchen bestimmte Informationen, um zu funktionieren«, so Susanne Dehmel, Geschäftsleiterin beim Bitkom und rät: »Smartphone-Nutzer können die Einstellungen ihres Gerätes je nach Bedarf anpassen und so vermeiden, dass unnötige Daten gesammelt werden.« So sei es zum Beispiel nicht notwendig, dass der Routenplaner die persönlichen Kontakte eines Smartphone-Besitzers ausliest.

Laut der Umfrage verändern deutlich mehr jüngere als ältere Smartphone-Nutzer die datenschutzrelevanten Einstellungen ihrer Geräte. So hätten bereits 63 Prozent der 14- bis 29-jährigen Smartphone-Nutzer die Lokalisierungsfunktion angepasst, aber nur rund 28 Prozent in der Generation 65-plus. 44 Prozent der Jüngeren, also der 14 bis 29-Jährigen, haben den Zugriff auf ihre Fotos verändert, aber nur vier Prozent der Älteren ab 65 Jahre. Einerseits teilten jüngere Smartphone-Nutzer mehr persönliche Daten, insbesondere Fotos oder Standortdaten, mit anderen und würden dafür die entsprechenden Apps nutzen. Andererseits würden sie in der Regel über bessere Kenntnisse zur Funktionsweise ihrer Geräte verfügen und den Zugriff auf Daten verbieten, wenn sie für gewisse Apps nicht relevant sind.

Verbraucher können sich über die Themen Privatsphäre und Datenschutz in der Praxis am 24. September 2015 auf der internationalen Bitkom Privacy Conference in Berlin noch besser informieren. Datenschutz-Experten aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung werden ihre Erfahrungen austauschen und präsentieren Best-Practice-Beispiele. Nähere Informationen sind unter www.privacy-conference.com zu finden.

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