Hightech zum Anziehen boomt
Jeder vierte Hobbysportler hat Interesse an smarter Sportbekleidung. Sportartikelhersteller entwickeln mittlerweile für 14 Millionen Deutsche Kleidung, die Fitnessdaten misst.
Hightech zum Anziehen entdecken immer mehr Fitnessbegeisterte für sich. Fitnesstracking ist allerdings momentan für viele Sportbegeisterte noch zu teuer. Rund ein Viertel aller Hobbysportler hat aber Interesse an smarter Sportbekleidung, die gleichzeitig Vitalfunktionen messen kann. Das entspricht rund 14 Millionen Menschen, ermittelte eine Umfrage des ITK-Verbands Bitkom. Unter smarter Sportbekleidung versteht man zum Beispiel T-Shirts mit Sensoren, die Atem- und Herzfrequenz messen und Daten an ein Smartphone senden. Es gibt auch Socken mit Sensoren, die den Druck beim Abrollen des Fußes während des Joggens aufzeichnen. Zahlreiche Sportartikelhersteller und IT-Unternehmen entwickeln derzeit solche Produkte, auch »Wearables« genannt.
Rund zwölf Prozent der Befragten geben an, smarte Sportbekleidung auf jeden Fall nutzen zu wollen, 13 Prozent können sich das vorstellen. »Smarte Kleidung kann wichtige Fitnessdaten liefern und damit das Training unterstützen«, erklärt Timm Lutter vom Bitkom. »Im Moment stecken viele Produkte noch in der Entwicklung oder sind recht teuer. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis intelligente T-Shirts, Socken oder Schuhe den Massenmarkt erobern und sich im Breitensport durchsetzen.«
Laut Umfrage treiben 81 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren hin und wieder Sport, das sind rund 57 Millionen Bundesbürger. Bei vielen Freizeitsportlern läge das Fitnesstracking mit Wearables wie Armbändern oder Smartphone-Apps im Trend, so Lutter vom Bitkom. »Vernetzte Funktionskleidung ist die logische Weiterentwicklung solcher Produkte«. Weil Sensoren immer kleiner und leistungsfähiger würden, ließen sie sich auch immer besser direkt in Textilien integrieren. Künftig werden Hobbysportler je nach Bedarf und Geschmack sowohl auf Hightech-Geräte als auch auf Hightech-Kleidung zur Kontrolle ihrer Trainingsdaten und ihrer körperlichen Fitness zurückgreifen können.
Vor allem junge Freizeitsportler sind laut der Bitkom-Umfrage interessiert an der smarten Sportkleidung: Bei den Befragten im Alter von 14 bis 29 Jahren ist fast ein Drittel offen dafür. Aber auch bei den Sportlern ab 65 Jahren sind 23 Prozent interessiert. Mit rund 27 Prozent sind die männlichen Freizeitsportler der Hightech-Kleidung gegenüber etwas aufgeschlossener als Frauen. Nur 23 Prozent der Sportlerinnen wünschen sich ein digitalgestütztes Fitnesstracking. Noch aber sagt die Mehrheit der Befragten (72 Prozent), sie hätten kein Interesse an der neuen Lifestyle-Technologie.


