Arbeitnehmer trauen beim Datenschutz ihrem Arbeitgeber
Der Arbeitsmarkt unterliegt immer mehr dem digitalen Wandel: Viele Arbeitnehmer erledigen ihr Business über die eigenen Mobilgeräte und vertrauen darauf, dass durch ihren Arbeitgeber die privaten Daten geschützt bleiben.
61 Prozent aller mobil arbeitenden Arbeitnehmer in Europa, Japan und in den USA geben ihren Arbeitgebern einen Vertrauensvorschuss und gehen davon aus, dass die privaten Daten auf ihren Geräten geschützt bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Umfrage von MobileIron unter Arbeitnehmern in Frankreich, Deutschland, Japan, Spanien, Großbritannien und den USA, die betrieblich ein Mobilgerät nutzen. Im Fokus der "Trust Gap Survey 2015" von MobileIron standen die Erwartungen, die Mitarbeiter an den Datenschutz haben, wenn sie für die Arbeit ein Mobilgerät benutzen.
Mobile Arbeitnehmer, speziell solche der jüngeren Generation, erwarten demnach Datenschutz, wenn sie ihre Mobilgeräte betrieblich benutzen. Rund 86 Prozent der mobilen Arbeitnehmer sind Besitzer eines Smartphones, das sie zusätzlich für betriebliche Zwecke nutzen. Viele würden ihre Stelle quittieren laut Ojas Rege, Vice President für Strategy bei MobileIron, wenn ihr Arbeitgeber Einblick in die persönlichen Daten auf ihrem Gerät hätte. In einer Welt, in der Smartphones immer mehr sensible persönliche Daten enthalten, müssten IT-Verantwortliche sich daher bewusst sein, dass alle Geräte mehreren Nutzungen unterliegen und der Schutz der Daten der Mitarbeiter genauso wichtig ist wie der Schutz betrieblicher Daten.
Denn Mitarbeiter erwarten von ihren Arbeitgebern einen respektvollen Umgang mit ihren persönlichen Daten. Dies gilt auch für 37 Prozent der Nutzer von Tablet-PCs. Dabei haben rund 61 Prozent Vertrauen in ihren Arbeitgeber, die Privatheit persönlicher Informationen auf ihrem Mobilgerät von Anfang an zu schützen. 30 Prozent der Mitarbeiter würden aber kündigen, wenn der Arbeitgeber Einsicht in ihre persönlichen Daten wie persönliche E-Mails, SMS oder Fotos auf ihrem Smartphone oder Tablet-PC hätte.
Obwohl die große Mehrheit dieser Arbeitnehmer ihren Arbeitgebern bezüglich der Sicherheit der persönlichen Daten auf Mobilgeräten vertrauen, sind sie besorgt über bestimmte Arten persönlicher sensibler Daten. Darunter sind vor allem persönliche E-Mails und Anhänge, SMS, Daten über Telefongespräche und Internetnutzung und die Daten aller mobilen Apps auf dem Mobilgerät
Interessantes Ergebnis der internationalen Studie: Die Arbeitnehmer in Deutschland haben den höchsten Prozentsatz des Vertrauens mit rund 74 Prozent in ihre Arbeitgeber und gehen grundsätzlich davon aus, dass persönliche Daten auf Mobilgeräten privat bleiben. Dies steht im Kontrast zu japanischen Arbeitnehmern, die mit rund 53 Prozent die geringste Wahrscheinlichkeit aufweisen, ihren Arbeitgebern in puncto Datenschutz zu vertrauen. Fast die Hälfte der männlichen britischen Arbeitnehmer ist hingegen der Überzeugung, dass ihr Arbeitgeber persönliche und betriebliche Daten auf ihrem Mobilgerät sehen kann. Die Franzosen sehen der Datenschutzsituation stoisch entgegen. 71 Prozent geben an, keine Probleme damit zu haben, dass ihr Arbeitgeber persönliche Daten auf ihrem Mobilgerät einsehen kann.
Faktisch haben Arbeitgeber - natürlich gegebenenfalls abhängig von eigenen Richtlinien - Zugang zu Netzbetreiber und Land, sie kennen Hersteller, Modell und Betriebssystem, die Geräteidentifikation und Telefonnummer und auch die vollständige Liste der installierten Apps. Sie kennen den Standort des Geräts, die Batterieladung und die Speicherkapazität und -nutzung. Sie haben Einsicht in berufliche E-Mails und Anhänge und in alle Firmenkontakte.
Faktisch keinen Zugang sollten Arbeitgeber haben zu Daten in Apps - außer, die App überträgt Daten an einen Firmenserver, zu SMS, Fotos, Videos, den persönlichen Internet-Browser und dem Anrufbeantworter.
Arbeitgeber müssen selbst dafür Sorge tragen, dass sie den Erwartungen ihrer Mitarbeiter an den Datenschutz genügen. Denn laut der Studie würden Arbeitnehmer, die Vertrauen in ihren Arbeitgeber hätten, schneller neue mobile Firmendienste und Programme zum Kauf des eigenen Gerätes übernehmen.
Folgende vertrauensfördernde Maßnahmen empfiehlt die Studie den Arbeitgebern: Eine Einführung klarer und logischer Richtlinien, eine klare Kommunikation dieser Richtlinien und eine klare Offenlegung von Informationen zum Datenschutz für Mitarbeiter, sowie die Nutzung der Datenschutzsteuerung in Betriebssystemen für Mobilgeräte.


