Schutz vor Handyverlust

Vier Millionen Handys sind 2014 gestohlen oder verloren worden. Smartphone-Besitzer sollten Vorkehrungen treffen, wertvolle Daten sichern und die Geräte sperren.


Fast einem Viertel aller Handy- und Smartphone-Besitzer ist das Mobilgerät schon einmal abhanden gekommen. Der Grund: Unachtsamkeit oder Diebstahl. Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom haben 14 Prozent der Besitzer ihr Smartphone oder Handy irgendwo liegen gelassen oder ihnen ist das Gerät aus der Tasche gerutscht. Jedem Zehnten ist das Smartphone oder Handy gestohlen worden. Weitere drei Prozent können nicht mehr nachvollziehen, wie das Gerät weggekommen ist.

Der Verlust von Handys und Smartphones ist ein alltägliches Phänomen, sagt Bitkom-Sicherheitsexperte Marc Fliehe und rät zur Vorsorge. »Die Besitzer sollten sensible Daten bestmöglich schützen«. Allerdings macht die Umfrage auch etwas Hoffnung. Etwa ein Fünftel der Betroffenen berichtet, dass sie ihr Handy zurückbekommen haben: 10 Prozent über einen ehrlichen Finder, sieben Prozent über ein Fundbüro und drei Prozent über die Polizei. Nur wenige Smartphone-Besitzer, also nur zwei Prozent, sind selbst aktiv geworden und haben eine App verwendet, mit der sie das Gerät lokalisieren konnten. Obwohl die Installation einer Suchfunktion nicht schwer ist, greifen doch nur so wenige Anwender darauf zurück.

Der Verlust eines Mobiltelefons kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Denn auf Smartphones werden oft persönliche und berufliche Daten und E-Mails gespeichert. Sind darunter sensible Daten wie etwa vertrauliche Kundenlisten oder Angebote, kann das ernsthafte Risiken für den Arbeitsgeber bedeuten. Der Bitkom rät Unternehmen zur Schulung ihrer Angestellten, damit diese sorgfältig mit Mobilgeräten umzugehen lernen.

Auf jeden Fall sollte jeder Anwender eine Code-Sperre einstellen. Das kann je nach Modell eine Zahlenkombination, ein Sperrmuster oder ein Fingerabdruck sein. Ohne diesen Code haben Finder oder Diebe keinen Zugriff auf das Gerät und die darauf gespeicherten Daten. Manche Geräte bieten zudem die Möglichkeit, die Daten auf dem Gerät zu verschlüsseln. Außerdem sollten Handy-Besitzer die Serien- bzw. IMEI-Nummer des Mobiltelefons notieren, um das Gerät eindeutig identifizieren zu können. Die Seriennummer wird laut Bitkom zum Beispiel benötigt, um bei der Polizei Anzeige wegen Diebstahls erstatten zu können. Die fünfzehnstellige Zahl befindet sich häufig auf einem Aufkleber unter dem Akku. Smartphone-Besitzer können diese Nummer auch über die Eingabe *#06# auf der Telefontastatur abfragen.

Wenn das Mobilfunkgerät trotzdem nicht innerhalb kurzer Zeit wieder auftaucht, sollte der Besitzer die Sim-Karte beim Mobilfunk-Provider sperren lassen. So kann niemand auf Kosten des Handy-Besitzers telefonieren, SMS verschicken oder das Internet nutzen.

Hilfreich sind Anwendungen zur Lokalisierung der Geräte und zur Löschung der eigenen Daten aus der Ferne. Diese Remote-Funktionen bieten sich vor allem für beruflich genutzte Geräte an. Viele Firmen setzen hier auf Software für das Mobile Device Management (MDM). Viele dieser Funktionen sind auch bei Smartphones in die gängigen Betriebssysteme Android, Apple iOS und Windows Phone integriert, müssen aber vom Nutzer vor dem Verlust zunächst aktiviert werden. Sie funktionieren nur, wenn das Gerät noch angeschaltet und mit dem Netz verbunden ist.

Wer seine Daten auf dem Smartphone sichern will, kann diese mit einem Backup im Internet speichern. Entsprechende Cloud-Dienste bieten Smartphone-Hersteller, Netzbetreiber oder andere Dienstleister an. Sollte das Mobilfunkgerät auf Reisen verloren gehen, muss der Urlauber sich wenigstens nicht über den Datenverlust ärgern.

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