Lange Videos im Netz boomen
Ob Kurz-Clip oder Serie, Videos bewegen das Internet. Long-form-Videos erfreuen sich steigender Beliebtheit. Die Video-Konsumenten nutzen zudem zunehmend smarte TV- und Mobilgeräte.
Nicht nur kurze Clips für Zwischendurch sind trendy, die Konsumenten von Musikvideos oder Clips bevorzugen mittlerweile die sogenannten Long-form-Videos. Eine Yahoo-Studie verdeutlicht, dass Long-form-Videos ein immer größeres Publikum finden. Nicht mehr nur skurrile Katzen-Clips oder Musikvideos stehen bei Internetnutzern hoch im Kurs. Mehr als 90 Prozent der Internetnutzer, beispielsweise in den USA, zwischen 13 und 54 Jahren schauen sich im Internet Videos von mehr als zehn Minuten Dauer an.
Mit der Zahl der Menschen, die sich für Long-form-Videos interessieren, wächst auch die Menge der durchschnittlich genutzten Online-Video-Angebote. So wurde im Jahr 2014 über Smartphones auf 13 Prozent mehr Video-Apps zugegriffen als noch im Jahr davor. PC-Nutzer besuchten sogar 23 Prozent mehr verschiedene Streaming-Dienste. Long-form soll folglich nach und nach das traditionelle Programmfernsehen ablösen, denn die klassischen Fernsehsender verlieren zunehmend Zuschauer.
Während Kurz-Videos für die Anwendergruppe eher als Ergänzung zum TV dienen, haben bereits 52 Prozent derjenigen, die regelmäßig Long-form-Videos schauen, dem linearen Fernsehprogramm komplett abgeschworen, heißt es in der Studie von Yahoo. Ihr liebstes Programm sind speziell für Online-Plattformen produzierte Inhalte, die jederzeit verfügbar und damit bestens für lange Serienabende geeignet sind.
Immer leistungsstärkere und größere Smartphones, Tablets und Netbooks sowie unbegrenzte Speicherkapazitäten dank Cloud verlocken zu einem mobilen Video-Konsum. 23 Prozent, darunter vor allem die 13- bis 24-Jährigen in den USA, wollten laut Studie Videos in Zukunft verstärkt auf mobilen Geräten schauen. Neben TV-Alternativen wird künftig auch bei europäischen Jugendlichen, aber auch bei den Erwachsenen Mobilität eine größere Rolle spielen. Gleichzeitig wird sich durch den Trend zu Long-form-Videos und zum Fernsehen auf smarten TV- und Mobilgeräten die Wahrnehmung der Werbung verändern. Die Art, Bewegtbilder zu konsumieren, wird flexibler und universeller werden und Werbeträger werden dieses veränderte Konsumverhalten sofort aufgreifen. Zusätzlich zu klassischen TV-Spots werden neue Werbeformate entwickelt, die Nutzer auch online und über Mobilgeräte ansprechen sollen. Diese wünschen sich laut Studie Abwechslung bei Inhalt und Länge der Spots: Ein Werbeblock für Online-Videos sollte sowohl aus mehreren kurzen als auch einem langen Werbespot bestehen. 15 Sekunden - das ist für die Befragten die ideale Werbespot-Länge innerhalb eines Blocks mit mehreren Spots.
Smartphone-Nutzer sollen laut Ergebnis der Studie Online-Werbung um 37 Prozent stärker wahrnehmen als Zuschauer ohne smarte Geräte. Wer ein Smartphone nutzt, sollte sich demnach bewusst sein, dass rund 30 Prozent der Werbung auch beim User tatsächlich ankommt und wahrgenommen wird. Konsumenten, die nach dem Genuss eines Long-form-Videos auf dem Mobilgerät auch gleichzeitig Gefallen an der mitgelieferten Werbeeinblendung fanden, könnten dann das beworbene Produkt auch sofort ohne zeitlichen Reibungsverlust online bestellen.


