Glas aus dem 3D-Drucker
Amerikanischen Forschern ist es gelungen, Glasobjekte im 3D-Druckverfahren herzustellen. Das innovative Verfahren nennt sich Glass 3D Printing.
US-Forscher haben am Massachusetts Institute of Technology (MIT) einen 3D-Drucker entwickelt, der Glas im 3D-Druck verarbeiten kann. Die Glasobjekte der Arbeitsgruppe Mediated Matter, bisher zahlreiche Vasen mit unterschiedlichster Formgebung, zeigen ein modernes Design. Später könnten diese als die ersten 3D-Druck-Glasobjekte ihrer Art als Museumsobjekte dienen. Bereits im kommenden Jahr können Interessierte die 3D-Objekte im Rahmen einer Ausstellung im Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum in New York City sehen.
Das neuartige Verfahren wird als Glass 3D Printing bezeichnet. Abgekürzt G3DP. Der Aufbau der Objekte verläuft ähnlich wie das bereits verbreitete Schmelzschichtungsverfahren. Kurz als FDM bezeichnet, eine Abkürzung für den englischen Begriff Fused Deposition Modeling. Bislang wurden eher Kunststoff, Metall, Baustoffe oder Keramik durch die Düsen der Drucker gepresst und so zu funktionellen 3D-Objekten modelliert. Mit geschmolzenem Glas steht jetzt ein weiterer Werkstoff im 3D-Druck zur Verfügung.
Diese Düse des neuen Druckers ist in zwei Richtungen lenkbar, das sehr heiße Glas wird nach und nach in Schichten aufgebracht, ähnlich wie bei einem Tortenguss. Die Arbeitsplattform, auf welchem das Glasobjekt aufgebaut wird, lässt sich je nach Größe und Höhe einer Vase individuell verstellen. Der Schmelzpunkt von Glas liegt bei rund 1000 Grad, deshalb hat der 3D-Drucker eine Keramikisolierung für die Schmelzkammer. Dort lassen sich einzelne Glasstücke schmelzen oder das Glas wird dort bereits geschmolzen eingebracht. Der Arbeitsraum erhitzt sich um rund 500 Grad. Nach dem Glasdruck wird der Raum langsam abgekühlt, damit das fertige Glasstück nicht reißt. Kanten und Boden müssen zum Schluss doch noch rückwirkend glattgeschliffen werden.


