Windows 10 lädt große Installationsdatei ungefragt auf Rechner

Bis zu 6 Gigabyte groß ist die Installationsdatei von Windows 10, die auf Computer von Nutzern geladen wird. Ob diese das neue Betriebssystem von Microsoft überhaupt wollen, spielt keine Rolle.


Seit einigen Wochen läuft der Rollout von Windows 10. Nach und nach erhalten Computernutzer von Windows 7 und Windows 8 eine Nachricht von Microsoft, dass sie ihr System kostenlos auf das neuste Betriebssystem umstellen können. Damit die Umstellung reibungslos über die Bühne geht, wird über das Internet eine mehrere Gigabyte große Installationsdatei auf die Rechner der Nutzer geladen und es erfolgt eine Info, dass der Computer nun umgestellt werden kann. Soweit so gut. Allerdings erfolgt die Installation des Programms auch auf solchen Computern, deren Besitzer das neue Betriebssystem gar nicht wollen. Ein britisches IT-Magazin zitiert Nutzer, die in einem verborgenen Ordner Installationsdateien gefunden haben, die bis zu 6 Gigabyte groß sind.

Eine enorme Größe, die Speicherplatz frisst und zudem Bandbreite benötigt. DSL-Kunden, deren Vertrag eine Obergrenze für ungedrosseltes Datenvolumen kennt und die nicht auf Windows 10 umstellen wollen, dürften sich über den automatischen Download der Windows 10-Installationsdatei ärgern. Zumal sie nicht um eine Erlaubnis gefragt werden, wenn sie die sonst sinnvolle Funktion "automatische Aktualisierung von Windows" aktiviert haben. Denn schließlich werden so auch aktuelle Patches eingespielt oder kritische Sicherheitslücken geschlossen, was die Sicherheit des Rechners verbessert.

Microsoft versucht durch die kostenlose Verteilung von Windows 10 möglichst viele Computernutzer zu einem Umstieg auf das neue Betriebssystem zu gewinnen. So will der Softwarekonzern vor allem den Abstand zu Googles Android, das auf vielen Tablets läuft, schnell wettmachen. Die ungefragte Installation auf Rechnern nicht wechselwilliger Kunden kritisieren IT-Fachmedien allerdings als Zwangsupdate.

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