Tele-Medizin wird preiswerter und mobiler

In den ländlichen Regionen Deutschlands könnte in Zukunft die Tele-Medizin die intensivmedizinische Versorgung deutlich verbessern. Doch bislang ist die Technik teuer. Ein neues Projekt bringt nun Schwung in diese Entwicklung.


In den ländlichen Regionen Deutschlands könnte in Zukunft die Tele-Medizin die intensivmedizinische Versorgung deutlich verbessern. Das ist auch nötig. Denn noch werden die Möglichkeiten der modernen digitalen Vernetzung nicht ausgeschöpft. Schon heute beraten Ärzte zwar praktisch täglich mit Kollegen in externen Krankenhäusern bei der Behandlung von problematischen Fällen per Telefon, teilweise ergänzt durch gefaxte Patientendaten. Aber dies erscheint unzeitgemäß. Eine Situation, die auch Professor Peter Kranke, Oberarzt und Leiter der klinischen Forschung an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg, als zunehmend unbefriedigend und verbesserungsfähig empfindet. Gemeinsam mit Dr. Ralf Muellenbach, Oberarzt für Intensivmedizin am Uniklinikum Würzburg, und Dr. Kai Schwedhelm vom Zentrum für Telematik e.V. in Gerbrunn bei Würzburg entstand die Projektidee "Tele-Intensivmedizin". Ziel ist ein datenschutzrechtlich einwandfreier digitaler Transfer von Patientendaten, Vital- und Laborparametern, radiologischen Bildern sowie weiteren Informationen, die für eine profunde Fallbesprechung notwendig sind. "Im Unterschied zu bestehenden Telemedizin-Systemen, die vorwiegend auf teuren stationären Kommunikationseinheiten beruhen, soll unser System preiswert und hochmobil sein", unterstreicht Kranke. So sollen handelsübliche Tablet-PCs als wesentliche Hardware-Komponenten dienen. Diese können die anfragenden Ärzte grundsätzlich an jedem Ort im Krankenhaus einsetzen. Die Nutzungsbarrieren für die im Privatalltag weitgehend etablierten Kleincomputer sind niedrig ebenso wie die Anschaffungskosten. Das Bayerische Gesundheitsministerium fand die Idee überzeugend und unterstützt das Projekt jetzt mit 250.000 Euro.

STARTSEITE