Welche Ziele sich Hacker künftig vornehmen
Netzwerke von Schulen und Universitäten, Apple-Geräte und das Internet der Dinge werden 2016 verstärkt Angriffsziele von Cyberkriminellen sein. Hacktivisten dagegen nehmen TV- und Rundfunkanstalten ins Visier.
IT-Sicherheitsexperten beobachten schon seit geraumer Zeit, dass Hacker neue Angriffsziele im Visier haben. Zum einen eröffnen neue Technologien wie das Internet der Dinge Hackern ein zusätzliches Betätigungsfeld. Zum anderen finden sie vermehrt Schwachstellen in Systemen, die in der Vergangenheit als sicher vor Cyberbedrohungen galten, wie beispielsweise das Betriebssystem iOS von Apple. "Wir gehen davon aus, dass Angreifer diesen Weg weiterverfolgen und über Malware ihren Weg in den App-Store findet", lautet eine Vorhersage des Unternehmens Watchguard. In erster Linie würden Hacker Ransomware verbreiten, die Festplatten verschlüsselt und gegen Zahlung von Lösegeld angeblich wieder entsperrt. Aktuell stehen zwar Windows-Systeme im Vordergrund, es werde aber eine Zunahme der Angriffe auf alternative Plattformen inklusive Android und Mac geben.
Verstärkt ins Visier von Hackern geraten Schüler und Studenten, an deren digitale Identitäten die Kriminellen besonders gut herankämen. Laut Watchguard laden die offeneren Netzwerkstrukturen an Schulen und Universitäten zu Hackerangriffen förmlich ein. Neue Angriffsmuster erwarten die Experten für das sich verbreitende Internet of Things (IoT). Wenn zum Beispiel die vernetzte Heizung im Smart Home mit einem Smartphone gesteuert wird, macht sie sich potentiell angreifbar. Hacker würden zunehmend die Firmware solcher Geräte modifizieren und die Kontrolle über die Systeme übernehmen.
Im Gegensatz zu Hackern, die im Verborgenen arbeiten, werden künftig so genannte Hacktivisten von sich reden machen - ein Kunstwort zusammengesetzt aus Hacker und Aktivisten. Ihre Angriffe starten sie nicht aus finanziellen Motiven heraus, sondern sie wollen durch größtmögliche Öffentlichkeit auf politische, ökonomische oder soziale Missstände aufmerksam machen. Dabei machen sie sich die vernetze und digitale Sendetechnik der TV- und Rundfunkanstalten zunutze. IT-Sicherheitsexperten erwarten nächstes Jahr daher spektakuläre Aktionen nach dem Muster der Gruppe "Anonymous".
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BU: Meist offenere Netzwerkstrukturen an Schulen und Universitäten laden zu Hackerangriffen förmlich ein


