Daten-Autobahn im Weltall

Ein neuartiges Laser-Datenübertraguns-Terminal befindet sich auf Weltraumreise. Satelliten werden darüber schnelle Datenverbindungen zu Bodenstationen aufbauen.


Baikonur ist eine Stadt in Kasachstan, gepachtet und verwaltet von Russland. Dort steht das Kosmodrom Baikonur, der größte russische Weltraumbahnhof. Jetzt startete von dort aus eine Rakete ins Weltall. Sie transportiert den Telekommunikations-Satelliten "EUTELSAT 9B", der später Fernsehsignale nach Europa senden wird. Neben dem Satelliten wird auch ein neuartiger Laser-Terminal ins All geschickt. Das Europäische Daten-Relais-Satelliten-System (EDRS) ist das erste Element einer Laser-basierten Weltall-Daten-Autobahn. Es handelt sich dabei um ein Projekt der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und von Airbus Defence and Space.

Dieser neue "SpaceDataHighway" soll den Informationsfluss zwischen Satelliten im niedrigen Erdorbit und angebundenen Bodenstationen signifikant beschleunigen. Der Datentransfer per Laser-Verbindung erfolgt dann mit einer Geschwindigkeit von 1,8 Gbit/s. So schnell ist derzeit keine Kabelverbindung. Geplante Einsatzgebiete sind unter anderem Erdbeobachtungssysteme, Überwachung in Katastrophenfällen, Hilfseinsätze sowie die Beobachtung von Küsten und Gewässern.

In Kürze werden ESA, Airbus und DLR über die europäischen Bodenstationen die allgemeine Funktionsfähigkeit des Terminals überprüfen. Danach können die ersten Testverbindungen hergestellt werden. Bis 2018 soll dann auch die Internationale Raumstation ISS über den "SpaceDataHighway" senden.

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