Wenn Daten zu Geiseln gemacht werden

Einen falschen Link angeklickt und schon ist das gesamte System gesperrt. Ein Albtraum für jeden Computernutzer. Noch schlimmer, wenn es einen geschäftlichen Rechner trifft.


Einen falschen Link angeklickt und schon ist das gesamte System gesperrt. Ein Albtraum für jeden Computernutzer. Noch schlimmer, wenn es einen geschäftlichen Rechner trifft. Sogenannte "Ransomware" nehmen das infizierte System regelrecht als Geisel. So werden Daten des befallenen Computers verschlüsselt, sodass darauf kein Zugriff mehr möglich ist. Erst gegen Zahlung eines Lösegeldes werden sie dann wieder entsperrt - und selbst dafür gibt es keine Garantie.

Eine vom Sicherheitsunternehmen Kaspersky Lab durchgeführte Untersuchung zeigt, dass Angriffe dieser Art, die es gezielt auf Unternehmenskunden abgesehen haben, weltweit innerhalb eines Jahres um das Sechsfache gestiegen sind: Von 27.000 (von April 2014 bis März 2015) auf 158.000 (von April 2015 bis März 2016). Unter den Unternehmen werden solche Datenverschlüsselungen laut Erhebung als eine der bedrohlichsten Übergriffe empfunden. "Das Bedrohungspotenzial von Verschlüsselungsprogrammen steigt. Dabei müssen Organisationen nicht nur Geldverlust aufgrund digitaler Erpressung, sondern auch Beeinträchtigungen ihres Geschäfts während der Wiederherstellung der Daten hinnehmen", sagt Konstantin Voronkov, Head of Endpoint Product Management bei Kaspersky Lab.

Selten gelangt Schadsoftware uneingeladen auf einen Rechner. Das bedeutet, dass Nutzer oft - wenn auch unabsichtlich - erst einem Link folgen, einen Anhang öffnen oder einen USB Stick verbinden müssen, damit sich die Ransomware auf das Betriebssystem heften kann. Unternehmen sollten grundsätzlich niemals auf digitale Lösegeldforderungen eingehen, sondern stattdessen die zuständigen Strafverfolgungsbehörden einschalten, rät der Experte.

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