Das externe Gehirn

Fast jeder Deutsche besitzt mindestens ein Smartphone, dass er auch rege nutzt. Die kleinen 'Taschen-Rechner' können in Sachen Leistung und Funktion mit manchen Computern mithalten. Und deshalb werden sie auch vielfach als multifunktionale Datenzentren genutzt.


Fast jeder Deutsche besitzt mindestens ein Smartphone, dass er auch rege nutzt. Die kleinen "Taschen-Rechner" können in Sachen Leistung und Funktion mit manchen Computern mithalten. Und deshalb werden sie auch vielfach als multifunktionale Datenzentren genutzt. Die Nutzer lagern ihre Kapazitäten ins Smartphone als Datenspeicher aus, um sich selbst auf Anderes zu konzentrieren. Wer sich nicht mehr jedes Detail merken muss, sondern genau weiß, dass er vollen Zugriff auf Mails, Gespräche und das Internet hat, merkt sich weniger Details. Alles ist jederzeit über das Smartphone wieder abrufbar. In einer Umfrage hat sich das Unternehmen Kaspersky Lab mit dem Phänomen "Digitale Amnesie" näher befasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass die repräsentativen Teilnehmer sich schon sehr stark vom Smartphone als Gedächtnisstütze, oder vielmehr als Erweiterung des Gedächtnisses abhängig gemacht haben. Etwa jeder Achte (13 Prozent) löscht in der Regel nie etwas vom Gerät. Fast jeder Vierte (23 Prozent) tut das nur, wenn der Gerätespeicher voll ist. 45 Prozent nutzen die Geräte aktiv für Notizen und 23 Prozent schicken sich selbst E-Mails und Textbotschaften als Erinnerung. Für ein Drittel (34 Prozent) der Befragten in Deutschland ist der digitale Begleiter ganz klar zu einer äußeren Erweiterung des Kopfes geworden. Ein Begleiter, auf den sich inzwischen 27 Prozent mehr verlassen als auf ihre eigene Merkfähigkeit.

"Die Ergebnisse zeigen, dass wir uns gerade auf dem Weg von der digitalen Amnesie zur digitalen Synergie befinden. Also hin zu einer Welt, in der Mensch und Maschine partnerschaftlich verbunden sind", erklärt Holger Suhl, General Manager DACH bei Kaspersky Lab. Während dies zwar einerseits beunruhigend klingen mag, bietet es auch neue Möglichkeiten. Es geht dabei nicht nur um die Auslagerung des Gedächtnisses, sondern auch stark um die neue Fähigkeit, instinktiv und klar durch den digitalen "Datendschungel" zu navigieren. Vor allen Dingen - so warnen die Experten - sollten die Nutzer nie vergessen, dass ihre Daten auch sensibel und angreifbar sind. Daher haben gute Schutzmaßnahmen wie ein Antivirenprogramm immer höchste Priorität.

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