Genügsame Augengläser
Wäre es nach Google gegangen, würden heute schon alle Menschen mit der Google Glass Brille durch den Alltag laufen. Aus vielerlei Gründen ist es dazu nie gekommen und Datenbrillen sind am populärsten als Visier von Virtual Reality Headsets. Jetzt könnte aber eine große Schwachstelle der Technik bald ausgemerzt sein: der Stromverbrauch.
Wäre es nach Google gegangen, würden heute schon alle Menschen mit der Google Glass Brille durch den Alltag laufen. Aus vielerlei Gründen ist es dazu nie gekommen und Datenbrillen sind am populärsten als Visor von Virtual Reality Headsets. Jetzt könnte aber eine große Schwachstelle der Technik bald ausgemerzt sein: der Stromverbrauch. Denn bisher verschlang die Technik, über die das Gestell der Brille Bilder und Videos vor die Augen der Träger projiziert viel Energie. Kleinere Akkus können da nicht Schritt halten und werden zudem schnell heiß.
Forscher am Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP haben es jetzt geschafft, ein äußerst genügsames Display zu entwickeln, das den Stromverbrauch auf Bruchteile des Bisherigen reduzieren soll. Die neuen Energiespar-Displays arbeiten so ökonomisch, weil sie das darzustellende Videobild nur an den Teilen des Displays anpassen, in dem sich tatsächlich etwas verändert.
Läuft beispielsweise in einem Film ein Schauspieler durch ein Zimmer, ändert sich nur dessen Position, der Hintergrund hingegen nicht. Bei Anwendungen wie einem Navigationssystem für Radfahrer, bei dem nur Pfeile oder Meterangaben eingeblendet werden, sei es ohnehin unnötig, ständig das ganze Bild zu erneuern. "Vereinfacht gesagt, haben wir die Schaltung jetzt so angepasst, dass sie nur jenen Teil des Datenstroms durchlässt, der sich verändert", erklärt Projektleiter Philipp Wartenberg.
Datenbrillen können den Träger mit praktischen Informationen versorgen - ob zu Bau- oder Ersatzteilen für Mechaniker im industriellen Bereich oder privat zur Laufstrecke für Hobbysportler. Dabei behalten die Träger stets die Hände frei und können sich auf das Wesentliche konzentrieren. Der Prototyp wird vom 8. bis 11. November 2016 auf der Messe "electronica" in München vorgestellt.


