Wo noch kein Inspekteur zuvor war

In der Industrie ist Inspektion von Anlagen, Leitungen, etc. für menschliche Gutachter manchmal schwierig bis lebensgefährlich. Schwindelerregende Höhen, erschwerter Zugang oder Hochspannung sind hier nur ein paar Hürden, die eine gut konstruierten Drohne geschickt umfliegen kann.


In der Industrie ist Inspektion von Anlagen, Leitungen, etc. für menschliche Gutachter manchmal schwierig bis lebensgefährlich. Schwindelerregende Höhen, erschwerter Zugang oder Hochspannung sind hier nur ein paar Hürden, die eine gut konstruierten Drohne geschickt umfliegen kann. Der Ansicht ist der Technikkonzern Siemens, der mit seinen Inspektionsdrohnen nun in die Offensive geht.

Bisher werden Pipeline-Netzwerke in regelmäßigen Abständen per Helikopterflug inspiziert. Dabei wird vor allem auf die Schichtdicke der Leitungen geachtet. Denn laut Vorschrift müssen die Leitungen mit ausreichend Erde bedeckt sein. Diese Methode ist aber nicht sehr kosteneffizient. "Wir entwickeln derzeit ein neues, wesentlich effizienteres Inspektionsverfahren für eine systematische und automatisierte Schichtdickemessung aus der Luft - und zwar mit Hilfe einer Drohne", erläutert Claudia Windisch von Siemens Corporate Technology. "Dafür verbinden wir mobile, coptergetragene Sensorik und intelligente Bilddatenanalyse miteinander."

Die Siemens-Drohne ist mit einer Standard-Kamera ausgestattet und trägt zusätzlich eine Nah-Infrarot (NIR)-Kamera an Bord. Der Multikopter fliegt die Pipeline-Netze autonom ab. Die Aufnahmen können dann über ein Web-Interface bereitgestellt und als dreidimensionales Oberflächenmodell dargestellt werden. "Wir erreichen eine Genauigkeit bei der Schichtdickemessung von rund zehn Zentimetern. Unser Verfahren liefert somit Ergebnisse in sehr hoher Qualität", sagt Windisch.

"Eine automatisierte 3D-Bildanalyse, so wie wir sie entwickeln, kann unsere Kunden dabei unterstützen, Leitungen besser und kosteneffizienter zu überwachen", erklärt Mike Liepe, Leiter des Siemens Oil and Gas Geschäftsfeldes Pipeline Solutions. "Erkennt das System Abweichungen frühzeitig, können die Betreiber schneller Gegenmaßnahmen einleiten, um mögliche Schäden oder sogar Ausfälle zu vermeiden." Die Drohnen sollen nicht nur Lecks frühzeitig aufspüren, sondern später auch bei der Gebäudeinspektion per Wärmebild erkennen, wo Gebäude zuviel Energie ausstrahlen.

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