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mp Groß-Gerau - Eine Verletzung kann Ursache für eine Blutvergiftung sein, die dritthäufigste Todesursache. jutta rotter / pixelio.de

Sepsis: Ein lebensgefährlicher Notfall

Hohes Fieber, Schüttelfrost, plötzliche Verwirrtheit, schneller Puls, Herzrasen, Kurzatmigkeit, beschleunigte Atmung - das sind nur einige der Symptome, die auf eine Sepsis hinweisen können. Neben neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zählt sie zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.


Hohes Fieber, Schüttelfrost, plötzliche Verwirrtheit, schneller Puls, Herzrasen, Kurzatmigkeit, beschleunigte Atmung - das sind nur einige der Symptome, die auf eine Sepsis hinweisen können. Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zählt sie zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.

In Zahlen: Jährlich erkranken rund 320.000 Menschen an einer Blutvergiftung. Fast jeder vierte Patient stirbt. Dabei gilt Sepsis als die Nummer eins bei den vermeidbaren Todesursachen. "Beim Notfall Sepsis zählt jede Minute, und er verlangt sofortiges Handeln", sagt Dr. Wolfgang Matz, Vorstand der KKH Kaufmännische Krankenkasse.

Laut Expertenmeinung könnten bis zu 20.000 Todesfälle sowie Spätfolgen wie beispielsweise Amputationen, Depressionen und chronische Erschöpfung vermieden werden. Eine Blutvergiftung entwickelt sich häufig im Alltag und meist als Folge einer Infektion, etwa einer infizierten Wunde oder einer Lungenentzündung.

Auslöser sind Krankheitserreger - häufig Bakterien, aber auch Viren und Pilze -, die in den Körper eingedrungen sind. Die Erreger werden vom Entzündungsherd über den Blutkreislauf in den ganzen Körper gepumpt, worauf die Abwehrsysteme des Körpers überreagieren, insbesondere das Immun- und Gerinnungssystem. Dadurch werden jedoch nicht nur die Erreger, sondern auch die körpereigenen Organe wie Lunge, Herz und Nieren geschädigt. Die Folge: Es kommt zum Multiorganversagen und zum septischen Schock.

Fachleute schätzen, dass die Sepsis bei einem Drittel der Patienten zunächst nicht erkannt wird. Sie kann sich rasch innerhalb von Stunden und Tagen entwickeln. Damit geht im Ernstfall entscheidende Zeit verloren, in der immer mehr Organe nicht mehr funktionieren. Im Verdachtsfall sollte sofort ein Arzt gerufen werden. Denn je schneller behandelt wird, desto eher kann Leben gerettet werden. Ein erhöhtes Risiko für eine Sepsis besteht etwa für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, für Frühgeborene und Kleinkinder, frisch Operierte sowie für Senioren.

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