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cid Groß-Gerau - Liegen voll im Trend: Streaming-Dienste wie Spotify und Co. StockSnap / Pixabay

Streaming-Dienste im Energie-Check

Immer mehr Deutsche hören Musik über Streaming-Dienste. Laut Statista stieg der Anteil der Nutzer von entsprechenden Diensten unter Internetnutzern von neun Prozent im Jahr 2013 auf 50 Prozent im Jahr 2018. Statt von der Schallplatte oder der CD kommt die Musik also immer häufiger aus der Cloud.


Immer mehr Deutsche hören Musik über Streaming-Dienste. Laut Statista stieg der Anteil der Nutzer von entsprechenden Diensten unter Internetnutzern von neun Prozent im Jahr 2013 auf 50 Prozent im Jahr 2018. Statt von der Schallplatte oder der CD kommt die Musik also immer häufiger aus der Cloud. Nach Berechnungen von E.ON sinken damit die privaten Stromkosten fürs Musikhören je nach Endgerät zwar auf wenige Cent. In Summe verbraucht Streaming aber deutlich mehr Energie als die Produktion physischer Datenträger.

48,2 Millionen CDs haben die Deutschen im Jahr 2018 laut des Bundesverbandes Musikindustrie gekauft. Somit entschied sich nur noch etwa jeder zweite Deutsche für den Kauf eines CD-Albums oder einer Single, ein Rückgang um 23 Prozent zum Vorjahr. Grund dafür: Immer mehr Nutzer hören ihre Musik über Streaming-Dienste wie Spotify, Amazon Music oder Apple Music.

Die Umstellung auf die Musik aus der Cloud bringt einige Vorteile. So sparen Musikliebhaber mit Streaming-Diensten bares Geld. In der Regel kosten die Dienste im Abo rund zehn Euro im Monat und bieten dafür Zugriff auf viele Millionen Titel. Ein einziges Album ist oft schon teurer. Dazu kommen die günstigen Stromkosten. "Wer pro Tag 30 Minuten Musik aufs Smartphone streamt, zahlt im Jahr gerade einmal einen Cent an Stromkosten", erklärt E.ON-Geschäftsführer Philip Beckmann. Über Bluetooth-Boxen oder smarte Lautsprecher wird es zwar etwas teurer, mit Kosten im Cent-Bereich aber weiterhin sehr günstig.

Laut der Studie "The Cost of Music" hat sich etwa der Plastikverbrauch der Musikindustrie von 61.000 Tonnen im Jahr 2000 auf 8.000 Tonnen im Jahr 2016 reduziert. Doch der CO2-Ausstoß der Musikindustrie hat sich mit der Digitalisierung deutlich erhöht. So lag der Ausstoß an Treibhausgasen, die in der Musikindustrie durch Downloads und Streaming verursacht wurden, im Jahr 2016 allein in den USA bei geschätzten 200 Millionen bis 350 Millionen Kilo.

Hauptgrund für den hohen Verbrauch sind die vielen Rechenzentren, auf deren Servern die Daten der Streaming-Anbieter liegen. Einer Studie des französischen Think-Tanks The Shift Project zufolge ist die Informations- und Kommunikationstechnologie bereits für über drei Prozent der Emissionen weltweit verantwortlich. Wer Musik streamt, muss daher nicht nur den Ladebalken seines Smartphones, sondern auch den immensen Energiebedarf der Server berücksichtigen, auf denen der Songs gespeichert ist.

"Streaming ist immer mehr im Trend und per Smartphone oder Tablet darüber hinaus auch energiesparsam", sagt E.ON-Geschäftsführer Beckmann. "Wichtig ist es jedoch, die dafür nötigen Rechenzentren verstärkt mit Strom aus erneuerbaren Energien zu betreiben, damit Streaming nicht nur eine praktische, sondern auch eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Tonträgern darstellt."

Was fürs Musik-Streaming gilt, trifft natürlich auch auf das Streaming von Filmen und Serien über Dienste wie Amazon Prime und Netflix zu. Hier kann sich der Konsum sogar auf der Stromrechnung bemerkbar machen. Wer täglich bis zu zwei Stunden Filme oder Serien auf dem Fernseher streamt, muss mit rund 15 Euro Stromkosten rechnen. Energieeffizienter ist es, wie beim Musik- Streaming auch, die Inhalte über ein Smartphone oder Tablet zu konsumieren. Dann senkt sich der Betrag auf 1,20 Euro im Jahr.

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