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mp Groß-Gerau - Es ist vor allem von möglichen Begleiterkrankungen abhängig, welches Arzneimittel oder welche Kombination für einen Patienten in Frage kommt. Dejan Dundjerski / Shutterstock

Blutdruckmittel passgenau auf Patienten abgestimmt

Es gibt eine Vielzahl an Präparaten gegen Bluthochdruck - von A wie ACE-Hemmer bis Z wie Zentrale Sympathikus-Blocker. Jeder Patient benötigt hierbei eine individuelle medikamentöse Einstellung.


Es gibt eine Vielzahl an Präparaten gegen Bluthochdruck - von A wie ACE-Hemmer bis Z wie Zentrale Sympathikus-Blocker. Jeder Patient benötigt hierbei eine individuelle medikamentöse Einstellung. Denn je nach Substanzklasse setzen sie an ganz unterschiedlichen Angriffspunkten an und können therapeutisch kombiniert werden.

Dank der großen Auswahl lässt sich für Betroffene meist das passende Arzneimittel oder die beste Kombination herausfinden. Und wenn das nicht ausreicht? "Die pharmazeutische Industrie entwickelt kontinuierlich neue Therapieansätze, damit sich auch ein schwer einstellbarer Bluthochdruck besser behandeln lässt", berichtet Dr. Pablo Serrano vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI).

Oft kommt es per Zufall heraus: Der Blutdruck ist zu hoch! Fast jeder dritte Mensch in Deutschland hat Bluthochdruck, das sind etwa 20 bis 30 Millionen Menschen. Bei ihnen liegen die Werte bei mehrmaligen Messungen über 140/90 mmHg. Meistens bemerkt man nicht, dass die Werte zu hoch sind, denn Bluthochdruck - der Fachausdruck lautet Hypertonie - macht selten Symptome. Still und heimlich schädigt er Gefäße und verschiedene Organe, wie Herz, Gehirn, Nieren und Augen.

Das bedeutet: Wenn sich die Werte wieder normalisieren, sinkt das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall, für eine Herz- oder Nierenschwäche deutlich "Das kann durch einen veränderten gesunden Lebensstil (ausreichend Bewegung, mäßige Sportbetätigung, abwechslungsreiche, fleisch- und fettarme Ernährung mit viel Gemüse etc.) gelingen und durch eine passende Arzneimitteltherapie", betont Serrano.

Blutdruck ist eine der komplexesten Funktionen unseres Körpers. Herz, Gehirn, Gefäße, Nieren und Nebennieren sowie viele Stoffe und deren Vorstufen sind an der Regulation des Blutdrucks beteiligt. Entsprechend vielfältig sind die Arzneimittel gegen Hypertonie - Fachbegriff: Antihypertensiva -, die je nach Wirkstoffgruppe an ganz unterschiedlichen Stellen ansetzen. Oft werden sie miteinander kombiniert, so dass sich die verschiedenen Wirkungen ergänzen. Dafür müssten Patienten nicht mehrere Tabletten schlucken, sondern die Wirkstoffe seien oft in einer Fixkombination, also einer Kombi-Pille vereint, erklärt Serrano.

Die Basismedikamente gegen Bluthochdruck:

- ACE-Hemmer (Namen enden häufig auf -pril): ACE steht für "Angiotensin Converting Enzyme". Dieser Eiweißstoff wandelt das Prohormon Angiotensin I in das gefäßverengende und damit blutdrucksteigernde Hormon Angiotensin II um. ACE-Hemmer blockieren diesen Vorgang.

- Sartane (Namen enden auf -sartan): Sartane wirken ähnlich wie ACE-Hemmer, Angiotensin II kann seine blutdrucksteigernde Wirkung nicht entfalten.

- Kalziumantagonisten (Namen enden häufig auf -dipin): Wenn Kalzium in die Muskelzellen einströmt, verengen sich die Blutgefäße und der Blutdruck erhöht sich. Kalziumantagonisten verhindern diese Wirkung.

- Diuretika: Das sind entwässernde Arzneimittel. Dadurch verringert sich die Blutmenge, der Blutdruck sinkt.

- Betablocker (Namen enden häufig auf -olol bzw. -ol): Betablocker regulieren eine zu hohe Herzaktivität über das sympathische Nervensystem herunter. Außerdem bremsen sie in den Nieren die Produktion des Hormons Renin, das zu einer Verengung der Blutgefäße und damit zu einem Blutdruckanstieg führt. Zudem sensibilisieren sie die Druckfühler in den großen Arterien, die die Gefäßweite regulieren.

Es ist vor allem von möglichen Begleiterkrankungen abhängig, welches Arzneimittel oder welche Kombination für einen Patienten in Frage kommt. "So sind Betablocker zum Beispiel zwar als alleiniges Mittel in den Hintergrund getreten", sagt Serrano. Aber in Kombination mit anderen Arzneimitteln seien sie besonders bei Herzkrankheiten geeignet, um das Herz zu schonen.

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